Archiv für Tierleid-Fälle
Shijiazhuang, Hebei: Affe in Longquan Ancient Town bei einer Vorfuehrung mit verhaengtem Kopf gefesselt und kniend gezeigt

Im Februar 2026 loeste eine Affenshow in Longquan Ancient Town – Drama Fantasy City im Bezirk Luquan von Shijiazhuang, Hebei, oeffentliche Abscheu aus. Berichte von Jimu News, HK01 und anderen Medien zeigten, dass in von Internetnutzern veroeffentlichten Aufnahmen ein Affe in gelber Weste am Boden kniete, sein Kopf mit schwarzem Stoff bedeckt war und seine Haende hinter dem Ruecken an eine Kunststoffstange gebunden waren; auf einem weiteren Bild trug ein Affe einen Metallmaulkorb, um den Hals war eine lange Leine befestigt, und daneben standen Zuschauer.

Angst, die als Vorfuehrung verpackt wurde
Solche Bilder verletzen nicht nur, weil die Handlungen grob sind, sondern weil sie die Einschraenkung, Angst und Unterwerfung eines Tieres als Programm fuer Zuschauer verpacken. The Sun berichtete, in der betreffenden Vorfuehrung seien auch Requisitenwaffen und eine Szene einer “simulierten Hinrichtung” vorgekommen; World Animal Protection schrieb spaeter ebenfalls, die verbreiteten Bilder zeigten einen Makaken, der gefesselt, mit bedecktem Kopf und in eine Szene versetzt worden sei, die einer Erschiessung durch ein Exekutionskommando aehnele.
Ein Affe kann eine angebliche Handlung nicht verstehen und kann nicht zustimmen, einen Maulkorb zu tragen, angebunden zu werden oder mit verhaengtem Kopf am Boden zu knien. Fuer Zuschauer mag es nur wenige Minuten Sensationslust sein; fuer das Tier ist es realer Druck aus Kontrolle, Demuetigung und Zwang. Diesen Druck vor Kindern und Touristen in Unterhaltung zu verwandeln, ist selbst eine unmenschliche Zurschaustellung, die dokumentiert und kritisiert werden muss.

Reaktion des Ausflugsziels und der Behoerde
Jimu News berichtete, der Ort des Vorfalls sei Longquan Ancient Town – Drama Fantasy City im Bezirk Luquan der Stadt Shijiazhuang gewesen. Am Nachmittag des 25. Februar antworteten Mitarbeiter des Ausflugsziels den Medien, das Ausflugsziel habe mit der Auffuehrungsgruppe zusammengearbeitet, den Vertrag mit ihr bereits beendet und die betroffene Nummer eingestellt; auch der Kundendienst des Ausflugsziels sagte, die genannte Vorfuehrung stehe nicht mehr auf dem Programmplan. Mitarbeiter des Kultur- und Tourismusbueros des Bezirks Luquan erklaerten, man habe den Vorfall wahrgenommen und ermittle aktiv.
Dass das Ausflugsziel die Verantwortung auf eine externe Auffuehrungsgruppe verweist, bedeutet nicht, dass der Veranstaltungsort aus seiner oeffentlichen Verantwortung ausscheiden kann. Kein fuer die Oeffentlichkeit geoeffneter Kultur- oder Tourismusort sollte Gehorsam, Demuetigung oder Schmerz von Tieren als Attraktion benutzen. Die Einstellung des Programms begrenzt den Schaden, zeigt aber auch: Tierauffuehrungen sind nicht automatisch harmlos. Je staerker sie auf Fesselung, Bestrafung und Einschuechterung setzen, desto strenger muessen sie geprueft und beendet werden.
Warum dieser Fall dokumentiert wird
Diese Seite nimmt den Vorfall nicht auf, weil ein oeffentlich bestaetigter Tiertod eingetreten waere, sondern weil er eine lange verharmloste Form von Schaden klar sichtbar macht: Unter den Namen “traditionelle Vorfuehrung”, “interaktive Unterhaltung” oder “Tourismusprojekt” koennen Tiere ihrer Bewegungsfreiheit beraubt, zu gegen ihre Instinkte gerichteten Posen gezwungen und dann von Applaus und Kameras umringt werden.
Freundlichkeit gegenueber Lebewesen beginnt nicht erst, nachdem ein Tier gestorben ist. Sie bedeutet auch, beim Anblick eines Tieres mit verhaengtem Kopf, gefesselten Haenden, Leine und Maulkorb klar sagen zu koennen: Das ist weder lustig noch lehrreich, sondern macht die Unsicherheit eines schwachen Lebens zum Auffuehrungsmaterial. Dass solche Programme aus dem oeffentlichen Raum verschwinden, ist ein Schritt, den zivilisierter Tourismus und Tierschutz gemeinsam gehen sollten.
Zeitleiste
- Um den 22.02.2026: The Sun berichtete, die betreffende Vorfuehrung im Stil einer “simulierten Hinrichtung” habe in Longquan Ancient Town – Drama Fantasy City in Hebei stattgefunden.
- 25.02.2026: Jimu News berichtete, von Internetnutzern veroeffentlichte Bilder eines Affen mit verhaengtem Kopf, gefesselt und kniend, haetten Kontroversen ausgeloest; die Kultur- und Tourismusbehoerde des Bezirks Luquan gab an, Ermittlungen aufgenommen zu haben.
- 25.-26.02.2026: HK01, Sing Tao und weitere Medien griffen den Fall auf; das Ausflugsziel erklaerte, der Vertrag mit der Auffuehrungsgruppe sei beendet und das betroffene Programm eingestellt worden.
- 06.03.2026: World Animal Protection veroeffentlichte ein Update und schrieb, das Ausflugsziel habe die betreffende Makaken-“Hinrichtungs”-Vorfuehrung gestoppt.
Oeffentliche Quellen
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