Am 15. Mai 2026, kurz vor dem Nationalen Tag der Behindertenhilfe, erschien im Pressebriefing-Saal des Informationsbueros des Staatsrats ein besonderer “Teilnehmer”: der Labrador-Blindenfuehrhund Aiju. Still blieb er an der Seite des sehbehinderten Wang Zhihua, begleitete ihn auf das Podium und liess mehr Menschen sehen, worin die eigentliche Arbeit eines Blindenfuehrhundes besteht: nicht in einer Vorfuehrung, sondern darin, in oeffentlichen Raeumen Richtung, Wuerde und Sicherheit eines Menschen mitzutragen.
China, Peking, Pressebriefing-Saal des Informationsbueros des Staatsrats
Ein stiller “Teilnehmer”
Am Nachmittag des 15. Mai 2026 veranstaltete das Informationsbuero des Staatsrats ein Treffen chinesischer und auslaendischer Journalisten mit “Kaempfern auf dem neuen Weg”. Im Saal erschien ein besonderer Teilnehmer: der Labrador-Blindenfuehrhund Aiju. Xinhua berichtete, dass er auf das Podium stieg und ruhig an der Seite des sehbehinderten Wang Zhihua blieb. Es war das erste Mal, dass der Pressebriefing-Saal des Staatsrats einen begleitenden Blindenfuehrhund empfing.
Dieses Bild war nicht laut. Aiju hatte keine Aufgabe als bestauntes Vorfuehrungsobjekt, und er musste auch nicht als Tier beschrieben werden, das die “historische Bedeutung” verstand. Er tat nur, was er im Alltag unterwegs tut: stabil bleiben, seinem Halter folgen und dort anhalten, wo angehalten werden soll. Gerade deshalb bekam dieser Moment Gewicht: Ein ernster oeffentlicher Ort liess zum ersten Mal Platz fuer einen Blindenfuehrhund, der gerade arbeitete.

Er bringt mehr als nur Richtung
Wang Zhihua ist Verantwortlicher fuer barrierefreie Projekte bei einer Ride-Hailing-Plattform. In dem Xinhua-Bericht stellte er seine Arbeit in der Behindertenhilfe vor und sprach ueber die Rolle von Blindenfuehrhunden: Sie fuehren nicht nur in die richtige Richtung, sondern leisten auch Begleitung und koennen psychische Beduerfnisse sehbehinderter Menschen erfuellen.
Dieser Satz ist schlicht, sagt aber etwas, das viele leicht uebersehen. Ein Blindenfuehrhund ist kein Blindenstock, der sich bewegen kann. Er muss Treppen, Tueren, Menschenstroeme, Fahrzeuge und ploetzlich auftauchende Hindernisse einschaetzen und wird in einem langen Zusammenleben zugleich zu einem Partner, mit dem der Nutzer wieder am oeffentlichen Leben teilnehmen kann. Seine Arbeit ist oft so still, dass sie kaum bemerkt wird. Doch sobald ein oeffentlicher Raum ihn abweist, wird auch die Bewegungsfreiheit des Menschen blockiert.

Vom Pressebriefing-Saal zu jeder Tuer
Der Xinhua-Bericht erwaehnte, dass das Gesetz zum Aufbau barrierefreier Umgebungen vorschreibt: Betreiber und Verwaltungseinheiten oeffentlicher Orte, Verkehrsanlagen und oeffentlicher Verkehrsmittel sollen Menschen mit Behinderungen das Mitfuehren von Blindenfuehrhunden, Hoerhunden, Assistenzhunden und anderen Diensthunden erleichtern. Li Qingzhong, Vorsitzender des Chinesischen Blindenverbands, erklaerte ebenfalls, dass es landesweit derzeit neun Ausbildungsstaetten fuer Blindenfuehrhunde gibt und dass mehrere oeffentliche Orte in den vergangenen Jahren begonnen haben, Blindenfuehrhunde regelmaessig aufzunehmen.
Gesetze und Systeme geben die Richtung vor, doch der wirkliche Weg entsteht durch jede konkrete Aufnahme. Vor Restauranttueren, auf U-Bahn-Bahnsteigen, in Ride-Hailing-Fahrzeugen, Einkaufszentren, Aufzuegen und an Hotelrezeptionen sorgt jede kleine Entscheidung, “nicht abzuweisen”, dafuer, dass die Ausbildung eines Blindenfuehrhundes nicht verschwendet wird und das Leben des Nutzers etwas weniger zusaetzliche Erklaerungen verlangt.

Freundlichkeit zur Gewohnheit werden lassen
Am 25. April 2026 fand in Peking eine Themenveranstaltung zum Internationalen Tag des Blindenfuehrhundes statt. Science and Technology Daily berichtete, die Veranstaltung habe die Oeffentlichkeit dazu aufgerufen, Blindenfuehrhunden an oeffentlichen Orten mehr Verstaendnis und Akzeptanz entgegenzubringen und die zivilisierte Vereinbarung “nicht streicheln, nicht fuettern, nicht rufen, nicht abweisen” bewusst einzuhalten. Zugleich startete Peking das gemeinnuetzige Projekt “Hausarzt” fuer Blindenfuehrhunde, das registrierten Blindenfuehrhunden Gesundheitsberatung sowie Hinweise fuer die Notfallbehandlung bei ploetzlicher Krankheit oder Verletzung bietet.
Dass Aiju den Pressebriefing-Saal betrat, ist mehr als ein warmes Nachrichtenbild. Es erinnert uns daran, dass ein guter Umgang mit Arbeitstieren nicht bedeutet, sie als niedlichen Schmuck zu betrachten, sondern ihre laufende Aufgabe zu respektieren. Blindenfuehrhunde sichtbar, verstanden und in oeffentliche Raeume zugelassen zu machen, bedeutet auch, mehr sehbehinderten Menschen zu ermoeglichen, gelassener in die Welt hinauszugehen.

Zeitleiste
- 2026-04-25 In Peking fand eine Themenveranstaltung zum Internationalen Tag des Blindenfuehrhundes statt; das gemeinnuetzige Projekt “Hausarzt” fuer Blindenfuehrhunde wurde gestartet.
- 2026-05-15 Kurz vor dem Nationalen Tag der Behindertenhilfe betrat der Blindenfuehrhund Aiju zusammen mit Wang Zhihua den Pressebriefing-Saal des Staatsrats und stieg auf das Podium.
- 2026-05-15 Xinhua berichtete, dass dies das erste Mal war, dass der Pressebriefing-Saal des Staatsrats einen begleitenden Blindenfuehrhund empfing.

💬 Nachricht hinterlassen
Nachrichten werden vor der Veröffentlichung geprüft. Bitte bleiben Sie ruhig, sachlich und respektvoll.