Alex war ein Graupapagei, den Irene Pepperberg ueber lange Zeit erforschte. Er schluepfte 1976, wurde mit etwa einem Jahr in einer Tierhandlung gekauft und nahm danach fast drei Jahrzehnte an Studien zu tierischer Kognition und Kommunikation teil. Er konnte Aufgaben zu Farbe, Form, Material und Anzahl unterscheiden und stellte die Unterschaetzung der Intelligenz von Voegeln infrage. Am 6. September 2007 starb Alex an der Brandeis University.
USA, Forschungsumgebungen an Purdue / Arizona / Harvard / Brandeis und anderen Orten | Graupapagei Alex

Ein langfristiger Forschungspartner
Alex’ Name wird oft als avian language experiment oder avian learning experiment erklaert. Pepperberg nutzte die model/rival-Methode: Trainerinnen und Trainer interagierten um Objektnamen, Farben, Formen und Mengen, waehrend Alex in dieser sozialen Lernumgebung an Aufgaben teilnahm.
Oeffentliche Forschungsberichte zeigen, dass Alex viele Etiketten und Konzepte beherrschte und Verstaendnis fuer Fragen nach “gleich/verschieden”, Anzahl und Material zeigte. Seine Leistung stellte die alte Vorstellung infrage, nach der “Vogelhirn” ein Schimpfwort fuer geringe Intelligenz sei.
Nicht nur ein Versuchstier
Alex’ Geschichte verlangt zugleich Vorsicht: Er war kein “kleiner Mensch”, der wie ein Mensch sprach, und auch keine einfache Maschine mechanischer Nachahmung. Genauer gesagt zeigte er in langer Ausbildung und Beziehung komplexe Faehigkeiten zum Einordnen, Auswaehlen und Kommunizieren.
2007 starb Alex unerwartet im Alter von nur 31 Jahren, also unter der Lebensspanne, die Graupapageien in menschlicher Obhut erreichen koennen. Pepperberg fuehrte Forschung und Bildungsarbeit spaeter ueber die Alex Foundation weiter.
Warum er aufgenommen wird
Alex’ Akte bewahrt ein Schluesselindividuum der Geschichte tierischer Kognition und zugleich eine lange Beziehung zwischen Mensch und Vogel. Er liess Menschen neu nachdenken: Intelligenz gehoert nicht nur Saeugetieren, und Kommunikation ist nicht nur eine Wortliste, sondern eine Beziehung, die ueber Artgrenzen hinweg gemeinsam aufgebaut wird.
Archivhinweis
Alex’ Geschichte eignet sich auch, zwei Extreme in Tiergeschichten zu korrigieren: Auf der einen Seite werden tierische Faehigkeiten zu blossen Konditionierungsreflexen herabgesetzt, auf der anderen Seite werden Tiere zu “kleinen Menschen, die sprechen koennen” vermenschlicht. Das Archiv muss dort bleiben, wo die Belege tragen.
Dass Alex lange mit Pepperberg und dem Forschungsteam interagierte, zeigt auch, dass tierische Kognitionsforschung kein kaltes Knopfexperiment ist, sondern eine Beziehung Tag fuer Tag. Alex zu dokumentieren heisst, wissenschaftliche Entdeckung und individuelles Leben wieder zusammenzulegen.

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