Globales Tiergedächtnis-Archiv

Ein gemeinnütziges Langzeitarchiv für Tiergeschichten, Gedenkeinträge, quellenbasierte Fallakten und Erinnerungen an das Zusammenleben von Menschen und Tieren.

Tiergeschichten

Azhi: Der Shiba-Lehrer, der aus den Narben von Auffangstation und Zucht in den Kindergarten kam

2022-09-26 Siehe Artikeltext und Quellenangaben.
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Azhi kam urspruenglich aus einem Hintergrund von Auffangsystem und Schaeden durch Zuchtbetriebe. Als er nach Hause kam, war er duenn, unsicher, hatte Angst vor Menschen und auch vor Hunden. Spaeter ging er mit Lehrerin Huang Xiaoshan in den Kindergarten, wo Kinder im echten Miteinander lernten, wie man einen Hund versorgt, tierische Grenzen respektiert und auch Schulkatzen, Strassenkatzen und TNR kennenlernt.

Taiwan, China, angeschlossener Kindergarten der Shuanglian-Grundschule in Taipei | Shiba Inu Azhi

Lehrerin Huang Xiaoshan bringt Azhi zu einer Tierschutzvermittlung mit Kindergartenkindern. Bildquelle: Seite der Life Conservationist Association, lokal gespeichert.
Lehrerin Huang Xiaoshan bringt Azhi zu einer Tierschutzvermittlung mit Kindergartenkindern. Bildquelle: Seite der Life Conservationist Association, lokal gespeichert.

Kein Unterrichtsgegenstand, sondern ein Hund mit Vergangenheit

In der Zusammenfassung einer Aufnahme der Life Conservationist Association sprach Lehrerin Huang Xiaoshan ueber ihren Weg zu Shiba Inu. Sie begegnete nacheinander Shiba-Hunden, die ausgesetzt worden waren, krank waren oder vermutlich aus Zuchtbetrieben aussortiert wurden, und verstand dadurch die langfristigen Schaeden, die illegale Zucht und Aussetzung Hunden zufuegen. Azhi war der Hund, der spaeter aus dem Auffangsystem in ihr Zuhause kam.

Als Azhi gerade angekommen war, war er keineswegs “unterrichtstauglich”: Er konnte nicht ordentlich laufen, hatte kein Sicherheitsgefuehl, hatte Angst vor Menschen und auch vor Hunden. Nach langer Pflege stieg sein Gewicht von etwa 6 Kilogramm auf fast 12 Kilogramm; allmaehlich konnte er mit Hunden umgehen und auch mit der Lehrerin hinausgehen. Dieser Hintergrund ist wichtig, denn die Kinder begegneten nicht einem von Natur aus “braven” Lehrmaterial, sondern einem Leben, das von Menschen geduldig aufgefangen wurde und langsam genas.

Kinder ueben Pflege mit den eigenen Haenden

Lehrerin Huang Xiaoshan brachte Azhi in Themenaktivitaeten wie “Kleine Pfleger” in den Kindergarten, damit Kinder die Versorgung von Hunden ueben und erfahren konnten, worauf man bei Hundehaltung achten muss. Sie betonte besonders, dass Kindergartenkinder schnell vergessen, wenn Erwachsene nur erzaehlen; wenn sie etwas wirklich getan haben, bleibt die Erfahrung im Koerper.

Darum war Azhis Unterricht keine “Hunde-Streichelzeit”. Die Kinder mussten lernen, den Zustand des Hundes zu beobachten, leise zu sprechen, Bewegungen zu kontrollieren und zu wissen, dass Tiere Angst haben und muede werden koennen. Tiere zu moegen darf nicht nur auf Begeisterung beruhen; es braucht auch eine Methode.

Von Azhi zu Schulkatzen und Strassenkatzen

Diese Lebensbildung weitete sich spaeter auf Schule und Nachbarschaft aus: Die Lehrerin brachte den Kindern Schulkatzen naeher und erklaerte, warum Katzen auf dem Schulgelaende nach Pflege, Kastration und festem Revier das Schulumfeld sogar stabiler machen koennen; sie liess die Kinder auch mit engagierten Nachbarschaftsfrauen in Kontakt kommen, die TNR durchfuehren, damit sie verstehen, dass Strassenkatzen nicht wie Azhi direkt angenaehert und beruehrt werden koennen.

Azhi wurde hier zu einer Bruecke. Zuerst machte er Kinder bereit, sich Tieren zu naehern; dann half er ihnen zu lernen, dass verschiedene Tiere verschiedene Abstaende brauchen. Fuer Kinder im Kindergartenalter ist das konkreter als ein abstraktes “Tiere lieben” und kann spaeteres Verhalten eher beeinflussen.

Das ist auch eine Fortsetzung von Azhis eigener Geschichte: Ein Hund, der einst Angst hatte, duenn war und Sicherheit neu aufbauen musste, half spaeter Kindern zu verstehen, dass Fuersorge nicht Besitz bedeutet, sondern die Bereitschaft, langsam zu warten, bis der andere sich beruhigt. Ein solcher Unterricht nimmt auch die langfristige Pflege nach der Rettung in die Bildung auf.

Warum aufgenommen

Azhis Geschichte verbindet Rettung, familiaere Pflege und Bildung. Er ist kein konsumiertes suesses Bild, sondern hilft mit seiner eigenen Erfahrung Kindern zu verstehen: Tiere haben Koerpergedaechtnis, Angst, Grenzen und auch die Moeglichkeit, Vertrauen neu aufzubauen.

Oeffentliche Quellen

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