Globales Tiergedächtnis-Archiv

Ein gemeinnütziges Langzeitarchiv für Tiergeschichten, Gedenkeinträge, quellenbasierte Fallakten und Erinnerungen an das Zusammenleben von Menschen und Tieren.

Tiergeschichten

Bing: der Fallschirmhund der Normandie-Landung

1944-06-06 Siehe Artikeltext und Quellenangaben.
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Bing, urspruenglich Brian, war ein Alsatian / Collie-Mischling, der im Zweiten Weltkrieg in das britische Kriegshundetraining kam. Am 6. Juni 1944 sprang er mit dem 13. Fallschirmjaegerbataillon der 6. Luftlandedivision in der Normandie ab und nahm spaeter auch an Operationen am Rhein teil. Fuer seinen Kriegsdienst erhielt Bing die Dickin Medal und kehrte nach dem Krieg zu seiner urspruenglichen Familie zurueck.

Frankreich, Normandie / Operationsgebiet am Rhein | Fallschirmhund Bing

PDSA Dickin Medal, hier zur Kennzeichnung der Auszeichnung; kein Foto dieses Tieres. Bildquelle: Wikimedia Commons, lokal gespeichert.
PDSA Dickin Medal, hier zur Kennzeichnung der Auszeichnung; kein Foto dieses Tieres. Bildquelle: Wikimedia Commons, lokal gespeichert.

Vom Familienhund zum “Paradog”

Bing hiess urspruenglich Brian und stammte aus der Familie Fetch in Loughborough. 1944 wurde er wegen Kriegsrationierung und weil die Familie ihn nicht weiter halten konnte, dem Militaer uebergeben. Danach wurde er in der Army War Dog Training School nahe Potters Bar ausgebildet.

Das Militaer gab ihm den Namen Bing und eine Dienstnummer. Er wurde fuer Aufklaerung, Wachdienst und das Anzeigen feindlicher Gefahr trainiert und kam anschliessend in Aufgaben im Umfeld des 13. Fallschirmjaegerbataillons der 6. Luftlandedivision.

Der Absprung in der Normandie

Am 6. Juni 1944 nahm Bing mit den Truppen an den D-Day-Luftlandeoperationen in der Normandie teil. In oeffentlichen Quellen ist ein konkretes Detail erhalten: Anfangs wollte er das Flugzeug nicht verlassen und musste mit Fleisch gelockt werden; nach der Landung blieb er in einem Baum haengen, bis er gerettet wurde.

Danach diente Bing in Frankreich und wurde verwundet; seine Verletzung wurde in Grossbritannien in einer veterinaermedizinischen Hundeeinrichtung behandelt. Im Maerz 1945 nahm er mit einem neuen Hundefuehrer auch an Operationen im Zusammenhang mit Operation Varsity / Plunder am Rhein teil.

Nach dem Krieg und Erinnerung

Nach dem Krieg kehrte Bing zur Familie Fetch zurueck. Nach seinem Tod im Jahr 1955 wurde sein Fell fuer eine Ausstellung praepartiert, waehrend die uebrigen sterblichen Ueberreste auf dem PDSA Ilford Animal Cemetery bestattet wurden. 2012 erschien ausserdem ein Kinderbuch ueber ihn.

Diese Archivseite verwendet das Bild der Dickin Medal statt eines unpassenden Alsatian- oder Collie-Fotos; das Medaillenbild erklaert nur den Ehrenhintergrund und gibt sich nicht als Bild dieses Hundes aus.

Warum er aufgenommen wird

Bings Geschichte ist dramatisch, hat aber klare Grenzen: Er wurde nicht weggegeben, weil er “von Natur aus ein Held” war, sondern durch das Zusammenspiel von Kriegsrationierung, Familie und Militaer. Sein Fallschirmeinsatz zeigt, wie Tiere durch Training in die gefaehrlichsten militaerischen Technologien von Menschen hineingezogen wurden.

Oeffentliche Quellen

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