1923 verschwand Bobbie, waehrend Frank und Elizabeth Brazier aus Silverton, Oregon, in Wolcott, Indiana, unterwegs waren. Am 15. Februar 1924 kehrte er nach Silverton zurueck. Nach den spaeter zusammengesetzten Berichten war er etwa 2.551 Meilen zu Fuss unterwegs, ueberquerte Praerien und die Kontinentale Wasserscheide und wurde unterwegs von vielen Menschen gefuettert und versorgt.
Wolcott, Indiana, USA, bis Silverton, Oregon | Scotch-Collie-/English-Shepherd-Mischhund Bobbie

Verschwinden und Rueckkehr
Im August 1923 fuhr die Familie Brazier mit einem Willys-Overland Red Bird von 1923 von Silverton in Oregon nach Indiana, um Verwandte zu besuchen, und nahm Bobbie mit. Damals waren die Strassenverbindungen weit weniger geordnet; unterwegs uebernachtete man in Campingplaetzen, Gasthoefen oder an Tankstellen.
Bei einem Halt in Wolcott jagte Bobbie mehreren Hunden hinterher und verschwand. Die Familie suchte ihn tagelang, gab Anzeigen auf und fragte bei Menschen in der Umgebung nach, fand ihn aber nicht. Schliesslich musste sie die Reise fortsetzen und nach Oregon zurueckkehren. Am 15. Februar 1924 erschien Bobbie jedoch wieder in Silverton.
Eine Route, die aus Erinnerungen zusammengesetzt wurde
Nach den spaeteren Aufzeichnungen legte Bobbie auf seiner Heimreise etwa 2.551 Meilen zurueck, ueberquerte Praerien und die Kontinentale Wasserscheide, bekam unterwegs Futter und Unterschlupf und fand schliesslich an die Westkueste zurueck. Rechnet man die Strecke grob um, entsprach dies im Durchschnitt ungefaehr 14 Meilen pro Tag.
Menschen, die ihn unterwegs gefuettert oder gesehen hatten, schrieben spaeter an die Familie Brazier; dadurch konnte die Portland Humane Society seine mutmassliche Route zusammensetzen. Bobbie scheint zunaechst nach Wolcott zurueckgekehrt zu sein, dann an mehreren Orten Spuren und vertraute Gerueche gesucht zu haben und schliesslich weiter westwaerts gezogen zu sein.
Ruhm und Erinnerung
Nach seiner Heimkehr wurde Bobbie zu einer landesweiten Nachricht. Er erhielt Fanpost, besondere Ehrungen und ein juwelenbesetztes Halsband und erschien auch in einem Stummfilm von 1924. Als er 1927 starb, wurde er auf dem Tierfriedhof der Oregon Humane Society beigesetzt; Rin Tin Tin soll einen Kranz an seinem Grab niedergelegt haben.
Silverton bewahrt Bobbies Geschichte bis heute in einer Kinderparade, in Wandbildern und in lokaler Erinnerung. Seine Geschichte ist nicht nur ein “Wunderhund”-Motiv, sondern auch eine Aufzeichnung darueber, wie Medien, Lokalzeitungen, Familie und fremde Helfer gemeinsam eine Tiererinnerung formten.
Warum er aufgenommen wird
Bobbie zeigt, wie stark Orientierung, Geruch, Beziehung und Ausdauer bei einem Hund wirken koennen. Seine lange Heimreise ist nicht nur eine einsame Wundergeschichte; sie wurde auch durch Futter, Schutz und Aufzeichnungen vieler unbekannter Menschen entlang des Weges moeglich.

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