Globales Tiergedächtnis-Archiv

Ein gemeinnütziges Langzeitarchiv für Tiergeschichten, Gedenkeinträge, quellenbasierte Fallakten und Erinnerungen an das Zusammenleben von Menschen und Tieren.

Tiergeschichten

Chips: der Kriegshund, der bei der Landung auf Sizilien in ein Maschinengewehrnest eindrang

1943-07 Siehe Artikeltext und Quellenangaben.
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Historisches oeffentliches Quellenbild von Chips, wiederverwendet aus dem Haupteintrag desselben Tieres.

Chips war einer der bekanntesten amerikanischen Kriegshunde des Zweiten Weltkriegs. Er wird meist als Hund mit Abstammung von Deutschem Schaeferhund, Collie und Alaskan-Hund beschrieben. Urspruenglich gehoerte er der Familie Wren aus Pleasantville im Bundesstaat New York. Spaeter wurde er dem Militaer zur Ausbildung uebergeben und wurde ein Wachhund der US-Armee. Wie viele Geschichten von Familienhunden, die in militaerische Ausbildung gerieten, zeigt auch Chips’ Lebensweg, wie Krieg Tiere aus gewoehnlichem Familienleben in extrem gefaehrliche Umgebungen draengen kann.

Der wichtigste Abschnitt in Chips’ Ueberlieferung ereignete sich 1943 waehrend der Landung auf Sizilien. Oeffentliche Quellen berichten, dass er unter Beschuss auf ein italienisches Maschinengewehrnest zulief, dessen Besatzung zur Aufgabe zwang und selbst verletzt wurde. Sein Fuehrer John P. Rowell erinnerte spaeter an diese chaotische und gefaehrliche Szene. Chips erhielt dafuer zeitweise das Distinguished Service Cross, den Silver Star und das Purple Heart. Diese Auszeichnungen wurden spaeter jedoch wegen der Regeln der US-Armee zur Verleihung von Orden an Tiere wieder aberkannt.

Diese Aberkennung schwaecht Chips’ Geschichte nicht. Im Gegenteil macht sie sie noch bewahrenswerter: Das System wusste damals nicht, wie es den Beitrag von Tieren auf dem Schlachtfeld formell anerkennen sollte, doch Soldaten und Oeffentlichkeit erinnerten sich weiter an das Risiko, das dieser Hund getragen hatte. Spaeter wurde Chips posthum die PDSA Dickin Medal verliehen, und er ging in die Erinnerung an Tiere im Krieg ein.

Bei der Aufnahme dieses Eintrags liegt der Schwerpunkt auf drei Tatsachen: Erstens war Chips ein Familienhund, dessen Rolle durch den Krieg veraendert wurde. Zweitens ist der Vorfall am Maschinengewehrnest auf Sizilien der Kern seiner oeffentlichen Ueberlieferung. Drittens spiegeln Verleihung und Aberkennung militaerischer Auszeichnungen fuer Tiere die langsame und zoegerliche Anerkennung tierischer Dienstleistung durch menschliche Institutionen. Chips’ Archiv sollte nicht in zwei Bruchstuecke zerlegt werden, einen “Wachhund des Zweiten Weltkriegs” und einen “Stuermenden Hund von Sizilien”; beide sprechen von demselben Hundeleben.

Quellen:Wikipedia: Chips; Military.com; Defense Media Network; oeffentliche Materialien zur PDSA Dickin Medal.

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