Tiergeschichten
Endal: Der Assistenzhund, der Karten holte, Knoepfe drueckte und seinen bewusstlosen Menschen rettete


Endal war ein gelber Labrador aus Grossbritannien und zugleich ein ungewoehnlich seltener Assistenzhund, der “Begleitung” in konkrete Handlungen verwandeln konnte. Oeffentliche Quellen berichten, dass er schon bei der Geburt eine Erkrankung der Vorderbeingelenke hatte und zunaechst nicht als ideales Trainingsobjekt galt; doch seine Faehigkeit, Anweisungen zu verstehen, die Umgebung zu beobachten und Probleme selbststaendig zu loesen, war aussergewoehnlich. Spaeter wurde er der Assistenzhund des ehemaligen Royal-Navy-Angehoerigen Allen Parton.
Allen Parton hatte nach seinem Dienst infolge einer Verletzung schwere Bewegungseinschraenkungen und Gedaechtnisprobleme. Endals Arbeit bestand nicht nur darin, Gegenstaende zu bringen. Er konnte eine Waschmaschine oeffnen, Bankkarten holen, Dinge in die Hand seines Menschen legen und ihm an oeffentlichen Orten beim Bezahlen, beim Druecken von Knoepfen und bei Zugangssystemen helfen. Noch wichtiger war, dass er sein Verhalten am Zustand seines Menschen ausrichtete: Wenn sein Mensch stuerzte, die Orientierung verlor oder in Gefahr geriet, wartete er nicht mechanisch auf ein Kommando, sondern suchte aktiv Hilfe.
Der am haeufigsten erwaehnte Vorfall geschah nach einem Verkehrsunfall. Allen Parton fiel aus dem Rollstuhl und verlor das Bewusstsein. Endal brachte ihn zuerst in die stabile Seitenlage, holte dann eine Decke und legte sie ueber ihn, brachte ein Mobiltelefon an sein Gesicht und ging zu einem nahe gelegenen Hotel, um Hilfe zu suchen. Diese Geschichte ist nicht nur wichtig, weil “ein Hund einen Menschen rettete”. Sie zeigt auch, wie Training von Assistenz Tieren, Vertrauen und Urteilsvermoegen vor Ort zusammenwirken koennen.
Endal wurde spaeter zu einem oeffentlichen Symbol fuer Assistenzhunde und tiergestuetzte Arbeit. Er nahm an oeffentlichen Veranstaltungen teil und half mehr Menschen zu verstehen, dass Assistenzhunde keine entbehrliche Gesellschaft sind, sondern ein Teil der Unabhaengigkeit behinderter Menschen. 2009 starb Endal nach einer Verschlechterung seiner Gesundheit. Bei der Aufnahme dieses Falls geht es nicht darum, ihn zu einem Wunder zu machen, sondern die Details seines langen gemeinsamen Lebens mit Allen Parton zu bewahren: Karten bringen, Knoepfe druecken, auf seinen Menschen achten und in Notlagen selbststaendig handeln. Gerade diese alltaeglichen Handlungen bilden den wahrsten Teil des Werts eines Assistenzhundes.
Quellen:Wikipedia: Endal; PDSA und oeffentliche Berichte ueber Assistenzhunde mit biografischen Informationen zu Endal.
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