Globales Tiergedächtnis-Archiv

Ein gemeinnütziges Langzeitarchiv für Tiergeschichten, Gedenkeinträge, quellenbasierte Fallakten und Erinnerungen an das Zusammenleben von Menschen und Tieren.

Tiergeschichten

Faith: die zweibeinig gehende Huendin, die Krankenhaeuser, Schulen und Soldaten besuchte

2014-09-22 Siehe Artikeltext und Quellenangaben.
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Faith wurde 2002 in Oklahoma geboren. Sie hatte bei der Geburt nur zwei voll entwickelte Hinterbeine und ein verkuemmertes Vorderbein, das spaeter amputiert wurde. Der erste Tierarzt riet zur Einschlaeferung, doch die Familie von Jude Stringfellow nahm sie auf und trainierte sie, bis sie aufrecht auf den Hinterbeinen stehen und gehen konnte. Faith erschien spaeter in Medien, Schulen, Krankenhaeusern und Militaereinrichtungen und wurde zu einem bekannten Therapie- und Besuchshund.

Oklahoma / Indiana / weitere Orte in den USA | zweibeinig gehende Huendin Faith

Bild von Faith aus dem Jahr 2008. Bildquelle: Wikimedia Commons, lokal gespeichert.
Bild von Faith aus dem Jahr 2008. Bildquelle: Wikimedia Commons, lokal gespeichert.

Eine schwierige Geburt

Faith wurde am 22. Dezember 2002 geboren. Sie hatte nur zwei voll entwickelte Hinterbeine und ein verkuemmertes Vorderbein. Nach den Aufzeichnungen wurde dieses Vorderbein im Alter von etwa sieben Monaten amputiert. Weil ihre Fehlbildung so schwer war, riet der erste Tierarzt der Familie zur Einschlaeferung.

Die Familie von Jude Stringfellow nahm Faith auf. Durch Pflege, Ermutigung, Futterbelohnungen, alltaegliches Ueben und Beobachtung lernte sie, ihren Koerper anders zu bewegen.

Vom Rollen und Robben zum Stehenlernen

In vielen Berichten wird erzaehlt, Jude habe einen Loeffel mit Erdnussbutter benutzt, um Faith zum Aufrichten auf den Hinterbeinen zu motivieren. Auch Filmmaterial zeigt, wie sie sich in einem Raum bewegt und Spielzeug oder Futter nutzt, um voranzukommen.

Diese Trainingsgeschichte wurde von Medien oft stark als “Wunder” verdichtet. Genaurer ist sie als langer Anpassungsprozess zu verstehen: Eine Huendin mit schwerer koerperlicher Behinderung entwickelte in familiaerer Pflege ihre eigene Bewegungsweise. Auch beim Schreiben ueber das Training ist Vorsicht noetig; Faith darf weder als kurioser Anblick vorgefuehrt noch darf die Arbeit der Pflegenden auf ein einziges “Wunder” verkuerzt werden.

Besuche und oeffentliche Wirkung

Faith trat in zahlreichen Fernsehsendungen auf und erschien in Buechern. Nach den Aufzeichnungen besuchte sie Soldaten, Krankenhaeuser und oeffentliche Veranstaltungen. Wenn sie in Uniform oder festlich gekleidet erschien, reagierte sie oft aufgeregt, weil es fuer sie bedeutete, dass sie Menschen besuchen wuerde.

Gleichzeitig tragen viele Seiten ueber sie eine deutliche Fanperspektive. Fuer das Archiv ist wichtig, zwei Ebenen nebeneinander zu halten: Faith hat vielen Menschen wirklich Mut gemacht; zugleich beruht diese Wirkung auf Geburt, Behinderung, Anpassung, familiaerer Pflege und der gegenseitigen Reaktion zwischen Tier und Menschen, nicht auf einem einfachen Maerchen ueber das “Ueberwinden”.

Warum sie aufgenommen wird

Faiths Geschichte gehoert in den Bereich der Tiere, die Menschen helfen und begleiten. Sie kam nicht von einer Such- oder Rettungsarbeit her, sondern verwandelte Schmerz, Verlust und koerperliche Grenze fuer viele Menschen in eine sichtbare Form von Weiterleben. Ihr Eintrag dokumentiert auch, wie Pflege ein Tier, das urspruenglich aufgegeben werden sollte, vor Menschen bringen und ihm ein eigenes Leben ermoeglichen kann.

Oeffentliche Quellen

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