Tiergeschichten
Hachiko: der Akita, der am Bahnhof Shibuya auf seinen Menschen wartete


Hachiko war ein japanischer Akita und gehoert zu den bekanntesten Hunden in der modernen Erinnerung an Tiere. Er wurde 1923 geboren und spaeter von Ueno Hidesaburo, einem Professor der Kaiserlichen Universitaet Tokio, aufgenommen. Oeffentliche Quellen berichten, dass Ueno taeglich vom Bahnhof Shibuya zur Arbeit fuhr und dass Hachiko ihn oft am Bahnhof begruesste und verabschiedete. 1925 starb Ueno waehrend der Arbeit an einer Hirnblutung und kehrte nicht mehr zum Bahnhof Shibuya zurueck.
Der Kern von Hachikos Geschichte ist keine einzelne dramatische Rettung, sondern langes, wiederholtes und fast undramatisches Warten. Nach Uenos Tod kam Hachiko weiterhin immer wieder in die Naehe des Bahnhofs Shibuya. Dieses Verhalten wurde anfangs nicht unbedingt von allen Menschen freundlich aufgenommen; doch mit Medienberichten und der Aufmerksamkeit der Umgebung wurde er allmaehlich zu einem oeffentlichen Symbol fuer Treue, Erinnerung und die Beziehung zwischen Mensch und Tier. 1934 wurde die erste Bronzestatue von Hachiko nahe dem Bahnhof Shibuya enthuellt, und Hachiko selbst war anwesend.
Nach Hachikos Tod im Jahr 1935 blieb seine Geschichte erhalten. Die urspruengliche Bronzestatue wurde waehrend des Krieges eingeschmolzen und nach dem Krieg neu errichtet; auch sein Koerper und Erinnerungsstuecke gelangten in Museum, Bahnhof und staedtisches Gedaechtnis. Die Hachiko-Statue, die Besucher heute in Shibuya sehen, ist nicht nur ein Erinnerungsort fuer einen einzelnen Hund, sondern auch Teil des oeffentlichen Raums des modernen Tokio.
Bei der Aufnahme von Hachiko muss vermieden werden, ihn zu einem einfachen “Symbol der Treue” zu verkuerzen. Wichtiger ist der Blick auf das konkrete Leben dieses Tieres: Ein junger Hund kam aus Akita nach Tokio und bildete mit seinem Menschen eine taegliche Route; nachdem der Mensch ploetzlich verschwunden war, wurde er weiter von Gewohnheit und Gefuehl zu demselben Ort gezogen; die Menschen um ihn herum verwandelten dieses Verhalten spaeter in Erinnerung. Dieser Prozess ist sanft, traegt aber auch menschliche Deutung und Projektion in sich. Das Archiv sollte diese Komplexitaet bewahren und nicht nur einen Slogan uebrig lassen.
Quellen:Wikipedia: Hachiko; oeffentliche Materialien zur Hachiko-Statue in Shibuya und zur Geschichte des Akita.
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