Lonesome George war die letzte bekannte Pinta-Riesenschildkroete. Er wurde 1971 auf Pinta Island auf den Galapagosinseln entdeckt und anschliessend zur Charles Darwin Research Station gebracht. Jahrzehntelange Zuchtversuche fuehrten zu keinem Nachwuchs. Am 24. Juni 2012 fand sein langjaehriger Pfleger Fausto Llerena ihn tot auf. George wurde zu einem der wichtigsten Symbole fuer sogenannte Endlinge und fuer modernen Artenschutz.
Ecuador, Galapagosinseln, Santa Cruz / Pinta Island | Pinta-Riesenschildkroete Lonesome George

Der letzte Koerper einer Insel-Linie
1971 fanden Forschende auf Pinta Island eine Schildkroete, die zu einer eigentlich schon fuer ausgestorben gehaltenen Pinta-Riesenschildkroetenform gehoerte. Spaeter erhielt sie den Namen Lonesome George. Zu ihrem Schutz wurde George zur Charles Darwin Research Station auf Santa Cruz gebracht.
In den folgenden Jahrzehnten versuchten Betreuer, George mit nah verwandten Schildkroeten zu verpaaren. Die gelegten Eier fuehrten jedoch zu keinem erfolgreichen Nachwuchs. So wurde er weltweit als “letztes Individuum” einer Linie bekannt.
Tod und Schutzgeschichte
Am Morgen des 24. Juni 2012 fand Fausto Llerena, der George ueber Jahrzehnte betreut hatte, ihn tot in seinem Gehege. Als wahrscheinliche Ursache wurden natuerliche Ursachen genannt. Georges Koerper wurde eingefroren und spaeter praepariert, um erhalten und ausgestellt zu werden.
Seine Geschichte traegt eine Schwere, die ueber das Sterben eines einzelnen Tieres hinausgeht. Eine Unterart verschwand nicht in einem ploetzlichen Augenblick, sondern nach langer Bejagung, Lebensraumveraenderung, eingefuehrten Arten und spaeten Rettungsversuchen.
Warum er aufgenommen wird
Lonesome George zwingt das Wort “Aussterben” in eine einzige sichtbare Gestalt: ein Gehege, eine Schildkroete, ein Name, ein Schutzprogramm, das viel Aufmerksamkeit erhielt und dennoch keine Rueckkehr ermoeglichte. Das Archiv bewahrt ihn, weil Erinnerung an Tiere nicht nur Erfolge, sondern auch versaeumte Moeglichkeiten festhalten muss.
Archivhinweis
Georges Eintrag darf nicht bei der einfachen Formel “die letzte Schildkroete” stehen bleiben. Dahinter liegen Inselzerstoerung, veraenderte Lebensraeume, historische Ausbeutung, die Arbeit einer Forschungsstation, Zuchtversuche, Koerperpraeparation und lokale wie globale Erinnerung. Ein einzelnes Tier wurde zum sichtbaren Rand dessen, was nach einem Artenverlust noch gerettet werden kann.
Dass am Wolf Volcano spaeter Schildkroeten mit naher genetischer Beziehung zur Pinta-Linie gefunden wurden, macht die Geschichte noch komplexer. Es bedeutet, dass genetische Spuren der Linie vielleicht nicht vollstaendig verschwunden sind, waehrend George als letztes bekanntes reines Individuum trotzdem seine historische Stellung behaelt.

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