Am 11. September 2001 befanden sich die Blindenfuehrhunde Salty und Roselle mit Omar Rivera beziehungsweise Michael Hingson in oberen Stockwerken des Nordturms des World Trade Centers. Nach dem Einschlag des Flugzeugs blieben sie in Rauch, Laerm, Chaos und langen Treppenhaeusern bei ihrer Arbeit und fuehrten ihre Menschen und Menschen in ihrer Naehe nach unten in Sicherheit. Beide erhielten spaeter gemeinsam die PDSA Dickin Medal.
USA, New York, Nordturm des World Trade Centers | Blindenfuehrhunde Salty und Roselle

Zwei Teams im Nordturm
Salty arbeitete mit seinem Menschen Omar Rivera im 71. Stock des Nordturms; Roselle war mit ihrem Menschen Michael Hingson im 78. Stock. Nach dem Einschlag fuellte sich das Gebaeude mit Erschuetterungen, Rauch, Alarmen, Truemmern und panischen Menschen.
Beide Blindenfuehrhunde liessen sich vom Chaos nicht ablenken, sondern setzten ihre Fuehrarbeit fort. Roselle brachte Hingson ins Treppenhaus und stieg mit dem Menschenstrom Schritt fuer Schritt hinab; Salty weigerte sich, Rivera zu verlassen, und brachte ihn zusammen mit Riveras Kollegen nach unten.
Der lange Weg nach unten
Oeffentliche Quellen berichten, dass Roselle und Hingson 1.463 Stufen hinabgingen und dafuer etwa eine Stunde brauchten. Unterwegs begegneten sie Feuerwehrleuten, die nach oben zum Brand eilten. Auch Salty und Rivera gelangten sicher aus den oberen Stockwerken heraus.
Das war keine filmische Rettung in einem einzigen Augenblick, sondern lange, wiederholte, stabile Arbeit: Jede einzelne Stufe verlangte Einschaetzung, Vertrauen und koerperliche Ausdauer.
Warum aufgenommen
Die Geschichte von Salty und Roselle zeigt das Wesen der Arbeit von Blindenfuehrhunden: keine “magischen Tiere”, sondern lange Ausbildung, gegenseitiges Vertrauen zwischen Mensch und Hund und verlaessliche Ausfuehrung in einer akuten Krise.
Sie aufzunehmen bedeutet, in der gewaltigen Katastrophe von 9/11 zwei konkrete Geschichten gegenseitiger Hilfe zwischen Lebewesen zu bewahren. Sie retteten nicht nur ihre Menschen, sondern stabilisierten auch Orientierung und Mut der Menschen um sie herum.
Archivnotiz
Dieser Beitrag sollte vermeiden, Blindenfuehrhunde zu mythologisieren. Die Leistung von Salty und Roselle entstand aus langem Training, taeglicher Zusammenarbeit und dem Vertrauen ihrer Menschen, nicht aus einem ploetzlichen Wunder am Katastrophenort.
Gerade deshalb ist die Geschichte erhaltenswert: Sie zeigt, wie Arbeit, die im Alltag immer wieder geuebt wurde, Menschen im gefaehrlichsten Moment weitergehen laesst.

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