Archiv für Tierleid-Fälle
Hainan Haikou: Wendung im Fall der mitgeschleiften Katze, Unfallfeststellung und Warnung vor Online-Gewalt

Am Abend des 19. Mai 2025 verbreitete sich online ein Video aus Haikou, Hainan, in dem ein Auto eine Katze mitschleifte. Fruehe Berichte dokumentierten oeffentliche Wut, Anzeigen bei der Polizei und das Eingreifen der Behoerden; zugleich gaben sie Online-Behauptungen zur Identitaet der Fahrerin, zu ihrem Arbeitsplatz und zu der Frage wieder, ob weitere Katzen betroffen gewesen seien. Der Tod der Katze war real, und die Sorge der Oeffentlichkeit ueber das Leid eines Tiers ist nachvollziehbar. Doch fruehe Online-Aussagen werden dadurch nicht automatisch zu endgueltigen Tatsachen.

Fakten aus der Polizeimitteilung
Am 20. Mai veroeffentlichte die Polizei Haikou eine Lageinformation. Darin heisst es, das beteiligte Fahrzeug sei am 19. Mai gegen 14 Uhr in den Parkplatz 1 des Haikou Century Park eingefahren. Gegen 20:20 Uhr sei eine Katze selbststaendig aus der Gruenflaeche des Parks ueber den Gehweg gelaufen, in Richtung der Abstellposition des Fahrzeugs gerannt und im Bereich des Fahrzeugunterbodens verschwunden. Gegen 22 Uhr sei die Fahrerin eingestiegen und weggefahren. Etwa eine Minute nach Verlassen des Parkplatzes sei die Katze aus dem Unterboden gefallen und von einer Leine mitgeschleift worden; der Griff der Leine habe sich am Unterboden des Fahrzeugs verfangen.
Die Mitteilung fuehrte weiter aus, dass andere Fahrzeuge in der Umgebung gegen 22:10 Uhr hupten, woraufhin die Fahrerin ausstieg, am Heck des Fahrzeugs die mitgeschleifte Katze entdeckte und anschliessend 110 und 119 alarmierte. Nach der Untersuchung bestaetigte die Polizei, die Katze sei nicht von der Fahrerin gehalten worden; am Halsband und an der Leine seien auch keine Kontaktdaten eines Halters gefunden worden. Der Vorfall wurde als Unfall eingestuft, und es wurde kein vorsatzliches Verletzen der Katze durch die Fahrerin festgestellt.
Warum der Fall dennoch dokumentiert wird
Dies ist keine Akte ueber bestaetigte vorsaetzliche Tiermisshandlung, sondern ein Eintrag, in dem Tiertod, Korrektur von Tatsachen und der Umgang mit oeffentlicher Empoerung ineinandergreifen. Nach dem Tod der Katze richtete sich Online-Wut schnell gegen die Fahrerin und gegen mit ihr verbundene Arbeitsstellen. In der von Sina weiterveroeffentlichten Berichterstattung erklaerte das betroffene Restaurant, online seien bereits Doxxing, Geruechte, Angriffe und Todesdrohungen gegen Mitarbeitende und deren Familien aufgetaucht; es sprach sich gegen jede Form von Online-Gewalt aus.
Tierschutz braucht Handeln, aber auch Tatsachen. Wer Bilder sieht, die wie eine Verletzung aussehen, handelt verantwortungsvoll, wenn er die Polizei ruft, Beweise sichert und eine oeffentliche Untersuchung verlangt. Vor Abschluss der Untersuchung private Informationen zu verbreiten, Vorwuerfe auszuweiten oder Beteiligte und Familien zu bedrohen, kann die gut gemeinte Sorge um Tiere selbst in eine weitere Form von Schaden verwandeln.
Zeitleiste
- Abend des 19. Mai 2025: Ein Video aus Haikou, in dem ein Auto eine Katze mitschleifte, erregte online Aufmerksamkeit; die Katze war tot.
- 20. Mai 2025, 14:00 Uhr: HK01 und andere Medien berichteten ueber die fruehe oeffentliche Kontroverse und die polizeilichen Ermittlungen.
- 20. Mai 2025: Die Polizei Haikou veroeffentlichte eine Mitteilung, stufte den Vorfall als Unfall ein und fand keinen Hinweis auf vorsaetzliches Verletzen der Katze.
- 21. Mai 2025: Sina Finance veroeffentlichte einen weitergegebenen Bericht, der die Polizeimitteilung und die Erklaerung des Restaurants gegen Online-Gewalt dokumentierte.
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