Globales Tiergedächtnis-Archiv

Ein gemeinnütziges Langzeitarchiv für Tiergeschichten, Gedenkeinträge, quellenbasierte Fallakten und Erinnerungen an das Zusammenleben von Menschen und Tieren.

Archiv für Tierleid-Fälle

Brasilien: Vergiftung und toedliche Misshandlung der Streunerhuendin Manchinha am Carrefour Osasco

2018-11-28 Siehe Artikeltext und Quellenangaben.
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Oeffentliches Erinnerungsfoto von Manchinha
Oeffentliches Erinnerungsfoto von Manchinha. Bildquelle: Wikimedia Commons / Lucas er pereira, CC BY-SA 4.0. Dieses Bild zeigt keine Verletzung oder Todesszene; dieses Archiv verwendet keine Aufnahmen tierischen Leidens.

Am 28. November 2018 wurde in der Naehe eines Carrefour-Supermarkts in Osasco im Grossraum Sao Paulo, Brasilien, die Streunerhuendin Manchinha getoetet. Sie hatte lange auf dem Parkplatz gelebt und wurde von Kunden und Mitarbeitenden gefuettert. Oeffentliche Berichte und Fallzusammenfassungen gaben an, das Unternehmen habe wegen eines bevorstehenden Besuchs von Mitarbeitenden der Zentrale verlangt, die Tiere vom Gelaende zu entfernen. Ein fuer die Sicherheit zustaendiger Mitarbeiter wurde anschliessend beschuldigt, Manchinha mit Mortadella, die Rattengift enthielt, gefuettert und sie mit einer Aluminiumstange geschlagen zu haben.

Manchinha wurde spaeter durch Mitarbeitende der kommunalen Tierkontrolle beziehungsweise des Zoonosezentrums gerettet, ueberlebte jedoch nicht. G1 zitierte die Einschaetzung einer an der Behandlung beteiligten Tieraerztin, wonach Manchinhas Tod mit Blutungen zusammenhing. Carrefour erklaerte zunaechst, sie sei von einem Auto erfasst worden, gab spaeter jedoch einen Angriff durch einen Mitarbeiter zu. Der Fall wurde erst mehrere Tage nach dem Vorfall offiziell an die zustaendigen Stellen gemeldet.

Die Polizei von Sao Paulo untersuchte den Fall anschliessend. Oeffentliche Quellen zeigen, dass der beteiligte Sicherheitsmitarbeiter identifiziert und suspendiert wurde; bei der Befragung gab er den Angriff zu und aeusserte Reue. Am 18. Dezember 2018 schloss die Polizei die Untersuchung ab und machte ihn fuer Misshandlung und die toedliche Verletzung des Tieres verantwortlich. Der Fall loeste in Brasilien und auch international Proteste aus und wurde spaeter zu einem wichtigen Symbol in der Debatte ueber strengere Strafen bei Misshandlung von Hunden und Katzen.

Der Name Manchinha bedeutet sinngemaess kleiner Fleck. Sie war urspruenglich nur eine Streunerhuendin auf einem Supermarktparkplatz, die gefuettert und nach und nach wiedererkannt wurde. Durch die Logik einer institutionellen Raeumung und durch persoenliche Gewalt starb sie. Dieses Archiv nimmt den Fall auf, um eine klare institutionelle Tatsache festzuhalten: Tiere sind keine Hindernisse, die vor Inspektionen, Imagepflege oder kommerzieller Ordnung beliebig entfernt werden duerfen.

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