Globales Tiergedächtnis-Archiv

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Ronin: Online-Verkauf von Videos ueber Tierquaelerei und Toetung gegen Gewinn

2021-10-19 Siehe Artikeltext und Quellenangaben.
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Im Oktober 2021 deckte eine Untersuchung von Legal Daily, weiterveroeffentlicht von Xinhua, eine “blutige Handelskette” hinter Videos ueber das Quaelen und Toeten kleiner Tiere auf: Menschen streamten Katzenquaelerei und nahmen Trinkgeld-Auftraege an, andere sortierten, packten und verkauften Videos ueber das Quaelen und Toeten von Katzen und Hunden; manche Gruppen verlangten von Beitrittswilligen einen “Treueschwur”. Im selben Monat berichtete The Paper per Video ueber einen Studenten mit dem Online-Namen Ronin, der Videos ueber Tierquaelerei und -toetung produzierte und verkaufte und sagte, die Laute eines Tieres beim Drauftreten seien “noch stimulierender”. Diese Akte dokumentiert eine Handlungskette, die nicht nur einzelne Tiere verletzt, sondern Grausamkeit zur Ware und zum verbreiteten Inhalt macht.

In oeffentlichen Berichten bewahrte Ansicht einer Bezahlvideoseite
Oeffentliches Coverbild der von Sina weiterveroeffentlichten Videoberichterstattung von The Paper; es zeigt eine Seite fuer zahlende Mitglieder und verdeutlicht, wie Tierquaelerei-Videos als Bezahlcontent verpackt wurden.

Von einzelner Gewalt zum Videohandel

Die Untersuchung von Legal Daily beschrieb einen Katzenquaelerei-Livestream, in dem Zuschauer gegen Trinkgeld Forderungen wie “fuenfmal werfen, fuenfmal schlagen” stellen konnten; der Taeter antwortete im Stream sinngemaess: “Wie Sie sagen, so schlagen wir.” Der Bericht fuehrte weiter aus, dass hinter Katzen- und Hundequaelerei Videohandel, Livestream-Trinkgelder, Vermittlerwerbung und der paketweise Verkauf von Ressourcen standen.

The Paper legte im Oktober 2021 den Fokus in einem Videobericht auf einen Studenten mit dem Online-Namen Ronin. Der Titel hielt fest, dass er Videos ueber das Quaelen und Toeten von Tieren produzierte und verkaufte, und dokumentierte seine Aussage, die Schmerzenslaute der Tiere als stimulierenden Inhalt zu betrachten. Zusammen weisen diese oeffentlichen Berichte auf denselben Sachverhalt: Kleine Tiere wurden zu Bezahlcontent, Auffuehrungsmaterial und Zugangsschwelle fuer Gruppen gemacht.

“Treueschwur” und Gruppenregeln

In der von Xinhua weiterveroeffentlichten Untersuchung erklaerte ein Retter, Gruppen fuer den Verkauf von Katzen- und Hundequaelerei-Videos seien verdeckt organisiert und fuer Aussenstehende schwer zugaenglich. Wer beitreten wolle, werde gefragt, ob er die “Regeln” kenne und ob er bereits aehnliche Quaelerei- oder Toetungserfahrungen habe. Der sogenannte “Treueschwur” bedeutete, dass Teilnehmer beweisen sollten, zur Taetergruppe zu gehoeren, bevor sie Zugang zu noch geheimeren Inhalten erhielten.

Solche Regeln zeigen bereits, dass die Gewalt kein bloss spontaner Impuls war, sondern organisiert, gefiltert, getauscht und konsumiert wurde. Tiere galten darin nicht mehr als Leben, sondern als Werkzeug, um Grausamkeit zu bestaetigen, Gewinn zu erzielen und Sensationslust zu bedienen.

Screenshot der von Xinhua weiterveroeffentlichten Legal-Daily-Untersuchung
Screenshot der Xinhua-Seite zur Legal-Daily-Untersuchung “Blutige Handelskette bei der Quaelerei kleiner Tiere: Gruppenbeitritt verlangt Treueschwur”.

Warum solche Faelle dokumentiert werden muessen

Die Opfer solcher Faelle haben oft keinen Namen. Es koennen Streunerkatzen sein, Tiere, die unter falschem Vorwand adoptiert wurden, oder Katzen und Hunde, die Taeter kurzfristig beschafft haben. Gerade weil sie keine stabile Identitaet haben, verschwinden sie leicht aus dem oeffentlichen Gedaechtnis, wenn Videos geloescht, Konten gesperrt oder Gruppen verlegt werden.

Diese Seite dokumentiert Ronin und die damit verbundene Handelskette nicht, um grausame Bilder zu verbreiten. Sie bewahrt die durch oeffentliche Quellen belegbaren Fakten: Menschen produzierten und verkauften Videos ueber Tierquaelerei und -toetung; Gruppen machten Grausamkeit zur Zutrittsregel; Zuschauer beteiligten sich ueber Trinkgelder oder Bezahlung an Auftraegen. Solches Verhalten verdient klare Kritik und langfristige Erinnerung.

Rechtsluecken und Plattformverantwortung

Von Legal Daily befragte Fachleute wiesen darauf hin, dass Chinas geltendes Recht fuer einzelne Misshandlungen nicht wildlebender Tiere keine direkte und wirksame Regelung bereithaelt. Der Bericht erwaehnte auch, dass die Verbreitung von Tierquaelerei-Videos Minderjaehrige zur Nachahmung von Gewalt verleiten koenne; Online-Plattformen muessten pruefen, loeschen, Konten sperren, Beweise sichern und Hinweise weitergeben.

Sobald Grausamkeit gegen Tiere als Ware verpackt wird, betrifft sie nicht mehr nur Taeter und betroffenes Tier. Sie ermutigt weitere Menschen zum Bezahlen, Zuschauen, Bestellen und Nachahmen und bringt Leben, die haetten gerettet werden koennen, in eine Gefahrkette. Damit die Idee von Freundlichkeit gegenueber Lebewesen wirklich verankert wird, muss der Mechanismus dieser Kommerzialisierung von Grausamkeit klar benannt werden.

Screenshot der Sina-Finance-Weiterveroeffentlichung des The-Paper-Berichts
Screenshot der Sina-Finance-Weiterveroeffentlichung des The-Paper-Videoberichts; er bewahrt die oeffentliche Quellenspur zum Fall Ronin.

Zeitleiste

  • Oktober 2021: Legal Daily berichtete ueber eine Handelskette fuer Videos ueber das Quaelen und Toeten kleiner Tiere; Xinhua veroeffentlichte den Artikel weiter.
  • Oktober 2021: The Paper veroeffentlichte einen Videobericht ueber den Studenten mit dem Online-Namen Ronin, der Videos ueber Tierquaelerei und -toetung produzierte und verkaufte.
  • November 2021: Sina Finance und andere Plattformen veroeffentlichten den The-Paper-Videobericht weiter, wodurch der Fall oeffentlich gespeichert und diskutiert blieb.

Oeffentliche Quellen

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