Globales Tiergedächtnis-Archiv

Ein gemeinnütziges Langzeitarchiv für Tiergeschichten, Gedenkeinträge, quellenbasierte Fallakten und Erinnerungen an das Zusammenleben von Menschen und Tieren.

Archiv für Tierleid-Fälle

Tongji-Universitaet, Zhangwu-Campus: mehrere Campuskatzen mutmasslich vergiftet und getoetet

2021-12-04 Siehe Artikeltext und Quellenangaben.
Diesen Eintrag teilen

Im Dezember 2021 zeigten zahlreiche streunende Campuskatzen auf dem Zhangwu-Campus der Tongji-Universitaet in Shanghai akute Vergiftungssymptome wie unsicheren Gang, Kraempfe, Nierenschaeden und Nierenversagen. Oeffentliche Berichte zeigen, dass Studierende seit dem 4. Dezember auffaellige Katzen fanden, sie in Kliniken brachten und die Polizei riefen. Um den 11. bis 13. Dezember waren 10 bis 11 Katzen trotz Behandlung gestorben, weitere wurden behandelt. Berichte sagten ausserdem, Studierende haetten in Katzenschalen Stoffe nachgewiesen, die fuer Katzen giftig oder toedlich sein koennen. Die Hudong-Hochschulpolizeistation der Kultur- und Sicherheitsschutzabteilung der Shanghaier Polizei wurde spaeter von Medien mit der Aussage zitiert, die verantwortliche Person sei gefunden worden und habe gestanden.

Mutmasslich vergiftete Katze bei der Behandlung
In oeffentlichen Berichten bewahrte Aufnahme einer Katze vom Tongji-Zhangwu-Campus waehrend der Behandlung.

Die Katzen, die ploetzlich vom Campus verschwanden

Auf dem Zhangwu-Campus der Tongji-Universitaet lebten urspruenglich viele Campuskatzen, die Studierende kannten. Sie hielten sich bei Lehrgebaeuden, Wohnheimen, Gebuesch und Futterstellen auf; viele Studierende fuetterten sie regelmaessig, halfen bei Rettung, Kastration und Vermittlung.

Anfang Dezember 2021 wurde dieser Alltag abrupt unterbrochen. Am Abend des 4. Dezember meldeten Studierende in einer Katzenfuetterungsgruppe, Katzen liefen unsicher und kraempften. Die erste notfallmaessig in die Klinik gebrachte weisse Katze “Zhenzhu” konnte sich beim Auffinden kaum noch bewegen und starb noch in derselben Nacht trotz Rettungsversuchen. Danach traten immer mehr Katzen mit aehnlichen Symptomen auf.

Campuskatze auf dem Zhangwu-Campus
Foto einer Campuskatze aus oeffentlichen Berichten; es dokumentiert, dass diese Katzen auf dem Campus lebten.

Akute Massenvergiftung und studentische Hilfe

Mehrere Studierende sagten Medien, die symptomatischen Katzen seien an verschiedenen Orten des Campus gefunden worden, haetten nach der Einlieferung aber haeufig Nierenschaeden und Nierenversagen gezeigt; Aerzte neigten zur Einschaetzung einer akuten Vergiftung. Studierende begannen, Tag und Nacht den Campus nach Katzen abzusuchen, Katzenfutter, Schalen und andere Gegenstaende zu sichern und Anzeige zu erstatten.

Einige Berichte zaehlten bis zum 11. Dezember 18 streunende Katzen mit Vergiftungssymptomen, darunter 10 Todesfaelle trotz Behandlung. Um den 13. Dezember stieg die Zahl der toten Katzen auf 11; 9 weitere waren noch in Behandlung, davon 2 schwer erkrankt. Mehr als 80 Studierende beteiligten sich freiwillig an der Hilfe; die auf dem Campus auffindbaren Streunerkatzen wurden so weit wie moeglich untersucht, behandelt, in Pflege gegeben oder zur Adoption gesucht.

Blumen, die Studierende fuer die Katzen niederlegten
In oeffentlichen Berichten bewahrte Gedenkszene.
Screenshot oeffentlicher Informationen auf sozialen Plattformen
Von oeffentlichen Berichten bewahrte Zusammenstellungen von Studierenden und Nutzern.

Nachweis in Katzenschalen und Polizeireaktion

Oeffentliche Berichte gaben Aussagen von Studierenden wieder, wonach in untersuchten Katzenschalen Stoffe gefunden wurden, die fuer Katzen giftig oder sogar toedlich sein koennen. Einige Studierende sagten auch, der betreffende chemische Stoff sei bei normalem Kontakt fuer Menschen begrenzt gefaehrlich, koenne bei uebermaessiger Aufnahme aber ebenfalls Vergiftungen ausloesen.

Tencent News, Sohu und andere Berichte zitierten China Newsweek mit der Aussage, die Hudong-Hochschulpolizeistation der Kultur- und Sicherheitsschutzabteilung der Shanghaier Polizei habe erklaert, die beteiligte Person sei gefunden worden und habe gestanden. Mitarbeitende der Tongji-Universitaet antworteten, die Hochschule habe in Ueberwachungsblindzonen Kameras nachgeruestet und Sicherheitsrundgaenge verstaerkt.

Aufzeichnungen zu Anzeige und Untersuchung
In oeffentlichen Berichten bewahrter Screenshot von fallbezogenen Materialien.
Screenshot einer schriftlichen Antwort
In oeffentlichen Berichten bewahrter Screenshot zu Schul- oder Bearbeitungsinformationen.

Ein Campussterben, das nie haette geschehen duerfen

Der Umgang mit streunenden Campuskatzen braucht tatsaechlich Ordnung: Futterstellen, Kastration, Adoption, Hygiene und Kommunikation mit Studierenden muessen langfristig gepflegt werden. Doch so komplex diese Fragen auch sind, sie koennen niemals ein Grund fuer Vergiftung sein. Gift in eine Katzenschale zu legen bedeutet, Vertrauen in eine Falle zu verwandeln und einen Ort des Ueberlebens zum Eingang des Todes zu machen.

Die Grausamkeit solcher Handlungen liegt nicht nur in der Zahl der Toten, sondern auch im Leidensweg der Katzen. Unsicherer Gang, Kraempfe, Nierenversagen, erfolglose Rettung: Hinter diesen Worten standen einzelne kleine Tiere. Sie konnten Gift nicht erkennen und nicht verstehen, warum taegliches Futter ploetzlich zur Gefahr wurde.

Warum dieser Fall dokumentiert wird

Der Vorfall auf dem Tongji-Zhangwu-Campus ist einer der klarer dokumentierten Faelle von Tierverletzung an chinesischen Hochschulen: Es gab fortgesetzte studentische Hilfe, Medienberichte, Anzeige- und Untersuchungshinweise sowie eine polizeiliche Reaktion zur taetigen Person.

Er erinnert daran, dass Zusammenleben auf dem Campus nicht allein von gutwilligen Studierenden getragen werden sollte. Stabilere Mechanismen fuer Fuetterung, Kastration, Adoption, Ueberwachung und Verantwortung koennen solche Verletzungen eher verringern. Nach der Person zu fragen, die Gift auslegte, ist keine emotionale Vergeltung, sondern ein Mindestmass an Gerechtigkeit fuer schwache Leben.

Zeitleiste

  • Abend des 4. Dezember 2021: Studierende auf dem Zhangwu-Campus der Tongji-Universitaet fanden in einer Katzenfuetterungsgruppe Meldungen ueber unsicheren Gang und Kraempfe; die weisse Katze “Zhenzhu” starb nach der Einlieferung.
  • Frueher Morgen des 5. Dezember 2021: Studierende riefen die Polizei und gaben Katzenfutter, Schalen und weitere Gegenstaende zur Untersuchung ab.
  • Um den 11. Dezember 2021: Oeffentliche Hinweise sagten, mehrere Katzen haetten Vergiftungssymptome gezeigt; etwa 10 seien trotz Behandlung gestorben.
  • 13. Dezember 2021: Medien berichteten, die Zahl der toten Katzen sei auf 11 gestiegen, weitere 9 seien in Behandlung; China Newsweek zitierte die Polizei mit der Aussage, die taetige Person sei gefunden und habe gestanden.
  • Danach: Berichten zufolge installierte die Universitaet in Ueberwachungsblindzonen zusaetzliche Kameras und verstaerkte Patrouillen; Studierende setzten Behandlung, Pflege und Vermittlung der ueberlebenden Katzen fort.

Oeffentliche Quellen

Diese Akte beruht auf oeffentlichen Berichten von Sohu, Tencent News/Zhengguan News, einer Sina-Finance-Weiterveroeffentlichung von Beijing Youth Daily und weiteren Quellen. Vergiftungssymptome, Schalentests und Todeszahlen werden nach Aussagen von Studierenden und Medienberichten dokumentiert; die Polizeireaktion wird nach der von Medien zitierten Hudong-Hochschulpolizeistation der Shanghaier Polizei wiedergegeben.

Gedenken und Antworten

Kommentare 0

Eine Blume niederlegen

Anonyme Blumen werden pro IP angemessen begrenzt, damit diese gemeinnützige Website dauerhaft tragfähig bleibt.

Nachricht hinterlassen

Nachrichten werden vor der Veröffentlichung geprüft. Bitte bleiben Sie ruhig, sachlich und respektvoll.

Optional. Bis zu 10 JPG-, PNG- oder WebP-Bilder. Jede gespeicherte öffentliche Version ist auf 3 MB begrenzt und wird vor der Veröffentlichung geprüft.

Nachrichten

Genehmigte Besuchernachrichten erscheinen hier.