Globales Tiergedächtnis-Archiv

Ein gemeinnütziges Langzeitarchiv für Tiergeschichten, Gedenkeinträge, quellenbasierte Fallakten und Erinnerungen an das Zusammenleben von Menschen und Tieren.

Tiergeschichten

Balto und Togo: zwei Schlittenhunde im Serum-Staffellauf nach Nome

1925-02-02 Siehe Artikeltext und Quellenangaben.
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1925 stand Nome in Alaska, USA, vor einem Diphtherie-Ausbruch. Das Antitoxin wurde per Zug und dann in einer Staffel von Schlittenhunden geliefert. Balto und Gunnar Kaasen absolvierten die letzte Etappe; Togo und Leonhard Seppala uebernahmen einen der laengsten und gefaehrlichsten Schluesselabschnitte. Die gesamte Staffel wurde von etwa 20 Mushern und rund 150 Schlittenhunden getragen; dieser Eintrag stellt Balto und Togo zurueck in dieselbe lebensrettende Staffel.

Nome, Alaska, USA

Eine abgeschnittene kleine Stadt

Im Januar 1925 brach in Nome, Alaska, Diphtherie aus. Im Winter war Nome durch Eis und Schnee abgeschnitten, der Hafen war nicht befahrbar, und die verfuegbaren Flugzeuge konnten wegen extremer Kaelte und offener Cockpits nicht eingesetzt werden. Das Antitoxin wurde von Anchorage per Zug nach Nenana gebracht; danach konnte es nur noch mit Schlittenhunden ueber das Eis weitergegeben werden.

Diese Staffel wurde spaeter als “Great Race of Mercy” bekannt. Oeffentliche Quellen berichten, dass etwa 20 Musher und rund 150 Schlittenhunde beteiligt waren und die Teams den langen Transport bei bitterer Kaelte, Schneesturm und starkem Wind bewaeltigten.

Gunnar Kaasen und Balto. Bildquelle: Wikimedia Commons, historische Fotografie gemeinfrei.
Gunnar Kaasen und Balto. Bildquelle: Wikimedia Commons, historische Fotografie gemeinfrei.

Balto auf der letzten Etappe

Das Team von Gunnar Kaasen uebernahm die letzte Phase der Mission, und Balto wurde der beruehmteste Leithund dieser Gruppe. Den Quellen zufolge gingen Kaasen und Balto trotz schweren Wetters weiter und erreichten Nome am 2. Februar 1925 gegen 5:30 Uhr morgens; das Antitoxin kam unversehrt an.

In der spaeteren oeffentlichen Erinnerung wurde Balto zum bekanntesten Hund dieser Staffel. Das bedeutet jedoch nicht, dass er die gesamte Rettung allein vollbrachte. Viele Hunde, deren Namen der breiten Oeffentlichkeit nicht im Gedaechtnis blieben, liefen auf derselben Lebenslinie.

Togo auf einem der laengsten gefaehrlichen Abschnitte

In derselben Staffel uebernahmen Leonhard Seppala und sein Leithund Togo einen der schwersten und laengsten Schluesselabschnitte, unter anderem durch gefaehrliche Gebiete wie den Norton Sound. Togo war nicht der Hund, der Nome zuletzt erreichte, trug aber einen sehr grossen Teil der gesamten Staffel.

Darum sollten Balto und Togo nicht in zwei gegeneinander gestellte Geschichten zerlegt werden. Sie gehoeren zu derselben Rettung: Der eine steht im Zentrum der oeffentlichen Erinnerung am Ziel, der andere uebernahm eine laengere und gefaehrlichere Strecke. Erst zusammen kommen sie den Tatsachen naeher.

Leonhard Seppala mit Hundeteam. Togo war sein beruehmter Leithund. Bildquelle: Wikimedia Commons.
Leonhard Seppala mit Hundeteam. Togo war sein beruehmter Leithund. Bildquelle: Wikimedia Commons.

Ehre und Grenzen

Balto erhielt spaeter eine Statue, Filme und Ausstellungen und wurde Teil der oeffentlichen Erinnerung amerikanischer Staedte. Togo wurde in spaeteren historischen Rueckblicken immer haeufiger genannt, weil seine Strecke mit Seppala laenger und gefaehrlicher war.

Deshalb fuehrt dieses Archiv den Eintrag als ein gemeinsames canonical event: Balto und Togo im Serum-Staffellauf nach Nome, statt dasselbe Ereignis in zwei Zaehleintraege aufzuteilen. Diese Grenze macht das Gedenken ehrlicher und laesst auch das ganze Hundeteam und die menschlichen Teams sichtbar werden.

Warum diese Geschichte festgehalten werden sollte

Die Geschichte von Balto und Togo ist eine klassische oeffentliche Erinnerung daran, wie Tiere Menschen aus Gefahr halfen: eine Epidemie, eine vereiste Stadt und ein Staffelnnetz aus Menschen und Hunden brachten gemeinsam Medizin zu denen, die sie brauchten.

Sie verdient es, bewahrt zu werden, nicht weil eine Legende umso besser waere, je groesser sie erzaehlt wird, sondern weil die Tatsachen selbst schon bewegend genug sind: Bei extremem Wetter wirkten die Ausdauer, der Orientierungssinn und die Zusammenarbeit von Tieren mit Menschen wirklich an einer Rettung der oeffentlichen Gesundheit mit.

Zeitleiste

  • 1925-01 In Nome tritt ein Diphtherie-Ausbruch auf; Antitoxin wird dringend benoetigt.
  • 1925-01/02 Seppala und Togo uebernehmen einen der laengsten und gefaehrlichsten Schluesselabschnitte; Kaasen und Balto uebernehmen die letzte Etappe nach Nome.
  • 1925-02-02 Kaasen, Balto und das Team erreichen Nome, und das Antitoxin kann eingesetzt werden.
  • 1929-12-05 Togo stirbt.
  • 1933-03-14 Balto stirbt; sein Koerper wird spaeter vom Cleveland Museum of Natural History bewahrt und ausgestellt.

Oeffentliche Quellen

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