Im Winter 2025 kam ein vereinzelter alter Sichuan-Stumpfnasenaffe in die Naehe der Rettungs-, Zucht- und Forschungsbasis fuer Qinling-Sichuan-Stumpfnasenaffen in Foping. Er stand unter Stress, frass und trank nicht und hatte zudem Durchfall. Die Mitarbeitenden behandelten ihn symptomatisch, konsultierten Fachleute, stellten die Wildnisumgebung so gut wie moeglich nach, fuetterten nur zu festen Zeiten und reduzierten menschliche Eingriffe. Nachdem Fachleute ihn als auswilderungsfaehig eingeschaetzt hatten, wurde er in die Berge zurueckgebracht; doch kurz darauf kam er von selbst wieder. So wurde Diandians Geschichte zu einer Geschichte von Rettung und Wachehalten.
China, Kreis Foping, Stadt Hanzhong, Provinz Shaanxi, Rettungs-, Zucht- und Forschungsbasis fuer Qinling-Sichuan-Stumpfnasenaffen in Foping
Er kam von selbst
Am 19. November 2025 nahm die Basis eine Gruppe von Sichuan-Stumpfnasenaffen auf, die auf Hilfe warteten. Die Rufe der Affengruppe lockten einen alten Sichuan-Stumpfnasenaffen an, der draussen umherstreifte. Um den 25. Dezember herum begann er, sich in der Umgebung der Basis aufzuhalten. Weil er allein war, gaben die Mitarbeitenden ihm spaeter den Namen Diandian.
Der neu angekommene Diandian war nicht ruhig. Berichte schrieben, er zeigte deutliche Stressreaktionen, frass und trank nicht und hatte Durchfall. Bei der Rettung von Wildtieren ist das Schwierigste oft nicht, ein Tier in einen sicheren Bereich zu bringen, sondern ihm durch die gefaehrlichste Phase zu helfen, ohne seine Wildheit zu zerstoeren.

Rettung heisst nicht, ihn in ein Kaefigtier zu verwandeln
Die Mitarbeitenden behandelten ihn einerseits symptomatisch und konsultierten andererseits Fachleute aus der Branche. Sie stellten die Umgebung seines Lebens in der Wildnis so gut wie moeglich nach, fuetterten nur zu festen Zeiten und reduzierten menschliche Eingriffe. Diese Vorgehensweisen wirken zurueckhaltend, sind aber gerade ein tieferer Respekt vor Wildtieren. Wirkliche Pflege bedeutet nicht, dass ein Tier abhaengiger vom Menschen wird, sondern dass es die Faehigkeit, in die Berge zurueckzukehren, so weit wie moeglich behaelt.
Diandian legte seine Vorsicht langsam ab und gewoehnte sich allmaehlich an das Leben rund um die Basis. Zwischen ihm und den Menschen wurde keine intime Maerchennaehe geschrieben, sondern ein Vertrauen mit Abstand: Die Menschen wussten, dass er Hilfe brauchte, und er wusste, dass hier vorlaeufig keine Gefahr war.

Nach der Auswilderung kam er wieder zurueck
Nach einer Zeit der Fuetterung und Behandlung schaetzten Fachleute ein, dass Diandian die Voraussetzungen fuer eine Rueckkehr in die Natur erfuellte. Die Mitarbeitenden wilderten ihn in den Bergen aus. Fuer ein Wildtier ist dies das Ende, das man am meisten erwarten sollte: an seinen eigenen Ort zurueckzukehren und wieder Teil des Bergwaldes zu werden.
Doch nicht lange danach kehrte Diandian von selbst zur Basis zurueck. Diese Wendung macht die Geschichte wirklicher und auch bewegender. Die Wildnis ist kein Slogan, und Auswilderung ist kein Schlusspunkt einer Geschichte. Leben haben ihre eigenen Entscheidungen, ihr Alter, ihre Kraft und ihren Rhythmus der Anpassung. Was Menschen tun koennen, ist, die Wildheit zu respektieren und zugleich weiter zu beobachten.

Wachehalten ist schwerer als besitzen
Diandians Geschichte ist es wert, festgehalten zu werden, weil sie Rettung nicht als Besitz beschreibt. Die Mitarbeitenden behandelten ihn nicht als Maskottchen, dem man sich beliebig naehern kann, und sie vertrieben ihn auch nicht einfach, nur weil er zurueckkam. Er bleibt ein Sichuan-Stumpfnasenaffe des Qinling-Gebirges, der nur in einer bestimmten Lebensphase menschliche Hilfe aus Abstand braucht.
Wildtiere gut zu behandeln bedeutet manchmal nicht Naehe, sondern zu wissen, wann man zuruecktritt; nicht, sie festzuhalten, sondern auch dann verantwortlich zu bleiben, wenn sie zurueckkehren. Die Bilder, auf denen Diandian durch Gitter, Zweige und Bergwald zu den Menschen blickt, erinnern uns: Schutz bedeutet nicht, wildes Leben zu unserer Geschichte zu machen, sondern ihm so weit wie moeglich zu erlauben, es selbst zu bleiben.

Zeitleiste
- 2025-11-19 Die Basis nahm eine Gruppe von Sichuan-Stumpfnasenaffen auf, die auf Hilfe warteten; die Rufe der Affengruppe lockten den draussen umherstreifenden Diandian an.
- Um den 25.12.2025 Diandian begann, sich in der Umgebung der Basis aufzuhalten, und zeigte Stress, Nahrungs- und Wasserverweigerung sowie Durchfall.
- Waehrend der Rettung Die Mitarbeitenden behandelten symptomatisch, konsultierten Fachleute, fuetterten zu festen Zeiten und reduzierten menschliche Eingriffe.
- Nach fachlicher Einschaetzung Diandian wurde als auswilderungsfaehig eingeschaetzt und in den Bergwald entlassen, kehrte aber bald von selbst zur Basis zurueck.
- 2026-06-09 Die Nationale Forst- und Graslandverwaltung, China Green Times, The Paper und andere Medien berichteten ueber diese Rettung und dieses Wachehalten.
Oeffentliche Quellen
- Nationale Forst- und Graslandverwaltung: China Green Times “Tief im Qinling-Gebirge: Rettung und Wachehalten fuer einen wilden Sichuan-Stumpfnasenaffen”
- The Paper / Tencent News-Nachdruck: Der besondere Besucher der Rettungsbasis Foping im Qinling-Gebirge
- Ifeng-Nachdruck: Der besondere Besucher der Rettungsbasis Foping im Qinling-Gebirge

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