Globales Tiergedächtnis-Archiv

Ein gemeinnütziges Langzeitarchiv für Tiergeschichten, Gedenkeinträge, quellenbasierte Fallakten und Erinnerungen an das Zusammenleben von Menschen und Tieren.

Tiergeschichten

Ham: Der Weltraumschimpanse der Mercury-Redstone-2-Mission

1961-01-31 Siehe Artikeltext und Quellenangaben.
Diesen Eintrag teilen

Am 31. Januar 1961 flog der Schimpanse Ham mit NASA Mercury-Redstone 2 fuer 16 Minuten und 39 Sekunden auf einer suborbitalen Mission. Er war kein passiver “Passagier”: Sein Training verlangte, nach Lichtsignalen Hebel zu bedienen, um die Reaktionsfaehigkeit von Primaten waehrend Start, Schwerelosigkeit und Rueckkehr zu testen. Ham ueberlebte und wurde geborgen; die Mission gab entscheidendes Vertrauen fuer den ersten bemannten amerikanischen Mercury-Flug.

Von Cape Canaveral, Florida, USA, bis zum Bergungsgebiet im Atlantik | Schimpanse Ham

Historisches Foto von Ham. Bildquelle: NASA / Wikimedia Commons, lokal gespeichert.
Historisches Foto von Ham. Bildquelle: NASA / Wikimedia Commons, lokal gespeichert.

Training und Ziel der Mission

Ham hiess urspruenglich Number 65 und kam aus dem Primatentrainingsprogramm des Holloman Aerospace Medical Center. Im Training musste er nach dem Aufleuchten eines blauen Lichts innerhalb einer begrenzten Zeit einen Hebel ziehen. Richtige Reaktionen wurden mit Nahrung mit Bananengeschmack belohnt, Fehler oder Verzoegerungen waren mit leichter Bestrafung verbunden.

Der Kern dieses Designs bestand nicht darin, ein Tier “auftreten” zu lassen, sondern eine damals noch offene Frage zu beantworten: Koennen Primaten bei Raketenbeschleunigung, kurzer Schwerelosigkeit, Laerm und Druckveraenderungen weiterhin zielgerichtete Handlungen ausfuehren?

Ein Flug von 16 Minuten und 39 Sekunden

Am 31. Januar 1961 startete Mercury-Redstone 2 von Cape Canaveral. Waehrend des Fluges kam es zu Abweichungen bei Geschwindigkeit und Flugbahn; der Bergungspunkt lag weiter entfernt als erwartet, und nach der Wasserung drang auch Wasser in die Kapsel ein.

Als Ham gerettet wurde, zeigte er leichte Verletzungen und Erschoepfung, ueberlebte aber insgesamt und fuehrte die Aufgaben der Mission aus. NASA gewann daraus Daten: Auch in der Flugumgebung konnte ein trainierter Primat auf Signale hin Handlungen ausfuehren.

Spaeteres Leben und ethische Grenzen

Ham lebte spaeter im National Zoo und im North Carolina Zoo und starb 1983. Seine Geschichte wird oft als ein Schritt auf dem Weg zur menschlichen Raumfahrt erzaehlt. Doch auch die Lage des Versuchstiers sollte erhalten bleiben: Er trug Risiken, konnte dieser Mission aber nicht zustimmen.

Diese Akte haelt deshalb Hams historischen Platz fest, ohne ihn zu einem Symbol des Erfolgs zu vereinfachen. Er war ein lebendiges Individuum der Raumfahrtgeschichte, ein Tier, das hinter wissenschaftlichem Fortschritt realen Druck und Gefahr ertrug.

Warum archiviert

Hams Geschichte erinnert daran, dass Tiere einst an die vorderste Linie menschlicher Erkundung gesetzt wurden. Diese Erinnerung zu bewahren dient nicht nur dem Gedenken an technische Durchbrueche, sondern auch dazu, Namen, Erfahrungen und Kosten von Versuchstieren nicht verschwinden zu lassen.

Oeffentliche Quellen

Gedenken und Antworten

Kommentare 0

Eine Blume niederlegen

Anonyme Blumen werden pro IP angemessen begrenzt, damit diese gemeinnützige Website dauerhaft tragfähig bleibt.

Nachricht hinterlassen

Nachrichten werden vor der Veröffentlichung geprüft. Bitte bleiben Sie ruhig, sachlich und respektvoll.

Optional. Bis zu 10 JPG-, PNG- oder WebP-Bilder. Jede gespeicherte öffentliche Version ist auf 3 MB begrenzt und wird vor der Veröffentlichung geprüft.

Nachrichten

Genehmigte Besuchernachrichten erscheinen hier.