Judy wurde 1936 in Shanghai geboren und wurde spaeter Schiffshuendin der britischen Royal Navy auf HMS Gnat und HMS Grasshopper. Sie konnte Angriffsflugzeuge frueh bemerken, fand nach einem Schiffbruch auf einer Insel Suesswasser und begleitete Seeleute in japanischen Kriegsgefangenenlagern. Sie wurde als einziger offiziell registrierter Kriegsgefangenenhund des Zweiten Weltkriegs bezeichnet und erhielt nach dem Krieg die PDSA Dickin Medal.
Shanghai / Jangtse / Singapur / Sumatra / Grossbritannien | Royal-Navy-Huendin Judy

Vom Hundezwinger in Shanghai auf ein Kanonenboot
Judy wurde 1936 in einem Hundezwinger in Shanghai geboren, von Besatzungsmitgliedern der HMS Gnat gekauft und an Bord gebracht. Auf dem Schiff wurde sie als Schiffshund gehalten. Die Seeleute sahen in ihr bald mehr als ein Bordtier: Sie wurde zu einer Gefaehrtin in einer angespannten Arbeits- und Kriegsumgebung.
Waehrend der Flussfahrten zeigte Judy eine besondere Wachsamkeit. Berichte schreiben ihr zu, dass sie anfliegende Flugzeuge bemerkte, bevor Menschen sie sahen, und nachts auf Gefahren hinwies, sodass die ploetzliche Wirkung mancher Angriffe verloren ging.
Schiffbruch und Suesswasser
Im Krieg wurde Judy auf HMS Grasshopper versetzt. Nach dem Fall Singapurs wurde Grasshopper auf der Flucht bombardiert und sank. Judy galt zeitweise als verloren, tauchte aber wieder auf, als die Seeleute ueberlebten und Schutz suchten.
Auf der erreichten Insel fand Judy eine Suesswasserquelle und half den Seeleuten dadurch beim Ueberleben. Danach zogen die Ueberlebenden durch den Dschungel und versuchten weiterzukommen, wurden aber schliesslich von japanischen Truppen gefangen genommen.
Der Hund im Kriegsgefangenenlager
Judy wurde heimlich in das Lager Gloegoer auf Sumatra gebracht und traf dort Frank Williams. Williams sagte spaeter, der Lagerkommandant habe Judy in Lager 81A Gloegoer Medan als offiziellen Kriegsgefangenen registriert; sie gilt deshalb als einziger Hund, der im Zweiten Weltkrieg offiziell als Kriegsgefangener verzeichnet wurde.
Im Lager war Judy fuer die Gefangenen nicht nur ein “niedliches Tier”. Sie spendete Gesellschaft, warnte und gab Menschen in Hunger, Krankheit und Angst einen Grund, weiter durchzuhalten. Beim Untergang des Transportschiffs Harugiku Maru wurde sie ebenfalls als Teil der Ueberlebensgeschichte erinnert.
Warum sie aufgenommen wird
Judys Geschichte fuehrt von Shanghai ueber Kanonenboote, Singapurs Fall, Sumatra und Kriegsgefangenenlager bis ins Nachkriegsbritannien. Sie zeigt, dass Tiere im Krieg nicht nur als Symbole existierten, sondern mit Wachsamkeit, Koerper, Beziehung und Risiko wirklich in menschliche Ueberlebensgeschichten hineinwirkten.

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