Globales Tiergedächtnis-Archiv

Ein gemeinnütziges Langzeitarchiv für Tiergeschichten, Gedenkeinträge, quellenbasierte Fallakten und Erinnerungen an das Zusammenleben von Menschen und Tieren.

Tiergeschichten

Red Dog: der streunende Hund, der durch die Minenregion Pilbara zog und vielen im Gedaechtnis blieb

1979-11-21 Siehe Artikeltext und Quellenangaben.
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Red Dog war ein beruehmter Kelpie-Cattle-Dog-Mischling aus der Pilbara-Region im Nordwesten Australiens. In den 1970er Jahren reiste er zwischen Minen, Haefen und kleinen Staedten, fuhr mit dem Busfahrer John Stazzonelli an viele Orte und zog oft auch allein weiter. Viele Menschen in der Region kuemmerten sich um ihn; spaeter wurde er als “wandernder Freund” Teil der gemeinsamen Erinnerung Pilbaras.

Pilbara-Region, Western Australia, Australien | Red Dog / The Pilbara Wanderer

Statue von Red Dog. Bildquelle: Wikimedia Commons, lokal gespeichert.
Statue von Red Dog. Bildquelle: Wikimedia Commons, lokal gespeichert.

Viele Namen und rote Erde

Red Dog wurde etwa 1971 in der Gegend von Paraburdoo in Western Australia geboren und spaeter unter Namen wie Bluey, Tally Ho und Dog of the Northwest von verschiedenen Menschen gekannt. Der Name “Red Dog” verweist sowohl auf die rote Erde der Pilbara als auch auf gaengige Bezeichnungen fuer australische rote Cattle Dogs und Kelpies.

Er war kein abgeschlossenes Haustier einer einzigen Familie, sondern ein Hund, der sich zwischen Minen, Strassen, Haefen und kleinen Staedten bewegte. Colin Cummings gilt als einer seiner fruehen Besitzer; spaeter nahm der Busfahrer John Stazzonelli ihn haeufig auf Fahrten mit.

Mitfahren, allein weiterziehen und von der Gemeinschaft aufgefangen werden

Mit Stazzonelli gelangte Red Dog nach Perth, Broome, Roebourne, Point Samson, Port Hedland und an weitere Orte. Nach Stazzonellis Tod reiste Red Dog noch lange allein weiter.

Quellen berichten, dass viele Menschen in der Region ihn bei sich aufnahmen und dass Tieraerzte ihn mehrfach behandelten; bei jedem Tierarztbesuch schien er einen neuen “Besitzer” mitzubringen. Er wurde sogar Mitglied des Dampier Salts Sport and Social Club und der Transport Workers’ Union und besass ein Bankkonto.

Vom Hund einer Gegend zur oeffentlichen Erinnerung

Red Dog starb 1979 in Karratha; der Ort seiner Beisetzung wurde geheim gehalten. Spaeter errichtete Dampier ihm eine Statue, und er wurde zur Vorlage fuer Romane und Filme.

Das Anziehende an dieser Geschichte ist nicht nur, dass “ein Hund reisen konnte”, sondern wie eine ganze Region ein Tier gemeinsam anerkannte: ohne einen einzigen Besitzer, aber von vielen Menschen gefuettert, mitgenommen, gesucht und erinnert.

Warum er aufgenommen wird

Red Dogs Geschichte bewahrt Tierbeziehungen in der beweglichen Lebenswelt australischer Minenregionen. Er wirkt wie eine rote Spur, die kleine Staedte, Strassen, Arbeiter und Reisende verbindet und eine Region dazu brachte, einen gemeinsam versorgten Hund als ihren Freund zu erinnern.

Oeffentliche Quellen

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