Globales Tiergedächtnis-Archiv

Ein gemeinnütziges Langzeitarchiv für Tiergeschichten, Gedenkeinträge, quellenbasierte Fallakten und Erinnerungen an das Zusammenleben von Menschen und Tieren.

Tiergeschichten

Taz: der Hund, der Rettungskraefte in der Wueste von Moab zu seiner Halterin fuehrte

2006-12-13 Siehe Artikeltext und Quellenangaben.
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Im Dezember 2006 war die Ausdauersportlerin Danelle Ballengee nahe Moab, Utah, mit ihrem Hund Taz auf einem Trailrun unterwegs, als sie in einer abgelegenen Schlucht stuerzte und schwer verletzt wurde. Ihr Becken war schwer verletzt, ihr Telefon lag im Auto, und sie konnte sich nicht allein befreien. Sie musste in kalten Naechten zwischen roten Felsen warten. Taz blieb zeitweise bei ihr, lief zeitweise fort und kam wieder zurueck. Schliesslich fuehrte er Such- und Rettungskraefte zu der verborgenen Schlucht. Runner’s World dokumentierte die Geschichte spaeter in einem langen Bericht; die Fotos wurden Tom Fowlks zugeschrieben.

Nahe Moab, Utah, USA, im Bereich Amasa Back / Mine Sweeper Trail | Taz

Vor dem Aufbruch war es nur ein gewoehnlicher Trainingslauf

Am 13. Dezember 2006 verliess Danelle Ballengee ihr Zuhause in Moab, Utah, und nahm ihren dreijaehrigen Mischlingshund Taz mit auf eine vertraute Route durch die roten Hochlandfelsen. Sie war eine Spitzen-Ausdauersportlerin und daran gewoehnt, lange durch Berge, Wueste und Schluchten zu laufen. An diesem Tag schien nichts Besonderes bevorzustehen. Taz lief wie immer an ihrer Seite.

Der lange Bericht von Runner’s World beschreibt, dass sie zum Amasa Back Trail fuhr und dann einen abgelegeneren Startpunkt waehlte, um eine kurze Strecke weniger laufen zu muessen. Fuer Trailrunner kann Vertrautheit mit dem Gelaende Gefahr weit entfernt erscheinen lassen. Doch in der Wueste kann eine vereiste Stelle, loser Fels oder ein kaum begangener Pfad ein normales Training in eine Lebenspruefung verwandeln.

Danelle Ballengee und Taz
Danelle Ballengee und Taz. Bildquelle: lokal gesicherte Runner’s-World-Seite; die Seite nennt Tom Fowlks als Fotografen.

Der Sturz in der roten Felsschlucht

In der Naehe des abgelegenen Mine Sweeper Trail rutschte Ballengee auf Fels ab, schlug mehrfach auf und blieb schwer verletzt in der Schlucht liegen. Sie merkte, dass sie nicht aufstehen konnte. Die Verletzungen an Bein und Becken waren viel schwerer, als sie zuerst dachte. Telefon, Geldboerse und die meisten Hilfsmittel lagen im Auto. Bei ihr waren nur wenig Wasser, Energiegels, ein kleiner Beutel und Taz.

Sie versuchte zu kriechen, um an einen Ort zu gelangen, an dem sie eher gefunden werden koennte. Doch jede Bewegung verursachte starke Schmerzen. Nachts fiel die Temperatur. Der Sternenhimmel der Wueste war schoen, aber grausam kalt. In der ersten Nacht rollte sich Taz neben ihr zusammen und legte den Kopf an sie. Ein verletzter Mensch in einer Schlucht, deren genaue Lage niemand kannte, ueberstand die erste Dunkelheit mit der Koerperwaerme und Anwesenheit eines Hundes.

Taz’ Fortgehen fuehlte sich wie Verlassenwerden an und wurde doch zur Wende

Am zweiten und dritten Tag blieb Taz nicht mehr die ganze Zeit bei ihr. Er ging fort, kam zurueck und ging wieder fort. Fuer Ballengee, die verletzt in der Schlucht lag, fuehlte sich dieses Fortgehen an wie Verlassenwerden. Sie war kalt, hatte Schmerzen, ihr Bewusstsein schwankte, und sie glaubte zeitweise, die Rettung vielleicht nicht mehr zu erleben.

Von der anderen Seite betrachtet machte gerade Taz’ Fortgehen Rettung moeglich. Er verliess seine Halterin nicht einfach. Als die menschliche Faehigkeit, sich selbst zu retten, fast erschoepft war, erweiterte der Hund seinen Bewegungsradius ueber die Schlucht hinaus. Als spaeter Suchkraefte Hinweise fanden, wurden Taz’ Spuren und sein Auftauchen zu wichtigen Zeichen.

Er fuehrte Menschen zur verborgenen Schlucht zurueck

Nachbarn und Familie bemerkten, dass Ballengee nicht nach Hause gekommen war, und alarmierten die Hilfe. Such- und Rettungskraefte fanden ihren geparkten weissen Ford Ranger und begannen, die umliegenden Routen abzusuchen. Runner’s World schrieb, dass die Suchkraefte schliesslich Taz’ Spur in schwerer einsehbares Gelaende folgten. Der Hund fuehrte Menschen an den Ort zurueck, an dem seine Halterin vielleicht kaum noch rufen konnte und von zufaelligen Passanten kaum gesehen worden waere.

Als Ballengee gefunden wurde, hatte sie zwei Naechte in der Wueste ueberlebt. Sie war schwer verletzt, aber am Leben. Danach wurde sie gerettet und medizinisch behandelt. Das Bewegende an dieser Geschichte liegt nicht darin, Taz zu einem wundersamen Helden zu machen, der alle Plaene verstand. Es liegt darin, dass er zwischen Angst, Instinkt und Verwirrung trotzdem Rettungskraefte in die richtige Richtung brachte.

Warum diese Website den Fall aufnimmt

Taz’ Geschichte gehoert zu den Aufzeichnungen ueber Haustiere, die Menschen retten und aus der Wildnis zurueckfuehren. Er hatte keinen Polizeihundausweis und keine Suchhundeausbildung. Er war einfach ein Hund, der lange mit seiner Halterin gelebt, gelaufen und Wege geteilt hatte. Gerade deshalb wirkt sein Verhalten wie eine einfache Treue: bleiben, fortgehen, zurueckkommen, pruefen und Menschen herbeiholen.

GAM nimmt diese Geschichte auf, um jenes gegenseitige Vertrauen zwischen Mensch und Tier zu bewahren, das keine grossen Worte braucht. Als ein Mensch in einer Schlucht fast aufgab, konnte ein Hund nicht sagen: Halte durch. Aber er lief, bis dieser Satz Wirklichkeit wurde.

Zeitleiste

  • 13. Dezember 2006 Danelle Ballengee stuerzt beim Trailrun mit Taz nahe Moab schwer.
  • Die folgenden zwei Naechte Sie ertraegt Kaelte und Verletzungen in der Schlucht; Taz bleibt zeitweise bei ihr und sucht zeitweise einen Weg hinaus.
  • Suchphase Familie und Nachbarn alarmieren Hilfe; Rettungskraefte finden das Fahrzeug und folgen Taz’ Hinweisen in eine versteckte Schlucht.
  • Nach der Rettung Ballengee wird behandelt und erholt sich; Runner’s World besucht den Fall spaeter in einer langen Reportage erneut.

Oeffentliche Quellen

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